Zukunftswerkstatt für ein familienfreundliches Lahr

Minister Renner: Ein gutes Zeichen für Familien und Kinder in unserem Land

Lahr, 15.12.2005

In der Zukunftswerkstatt "Familienfreundliches Lahr" am 2. Dezember 2005 diskutierten Bürger und Bürgerinnen, Fachleute und Politiker über Ideen und Handlungsansätze für mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit. "Das Ziel ist klar: Auf dem Weg ins Kinderland Baden-Württemberg sollen die Rahmenbedingungen für Kinder und Familien weiter verbessert werden. Baden-Württemberg will das Kinderland Nummer Eins in Deutschland werden", betonte Arbeits- und Sozialminister Andreas Renner, der am Freitagabend die Lahrer Zukunftswerkstatt besuchte. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens hatten in den fünf Stunden zuvor konkrete Vorschläge und Handlungsansätze zur Familienfreundlichkeit in Lahr erarbeitet.

Minister Renner: Zukunftswerkstatt hat Vorreiterfunktion

Arbeits- und Sozialminister Andreas Renner lobte im Rahmen der Veranstaltung ausdrücklich das Engagement der Stadt Lahr und des Ortenaukreises, in dem sich 40 Kommunen und Partnerorganisationen zum "Ortenauer Bündnis für Familien" zusammengeschlossen haben. "Kinder- und Familienfreundlichkeit ist für die Kommunen ein zentrales Zukunftsthema. Lahr ist eine der ersten Kommunen in Baden-Württemberg, die in einer lokalen Zukunftswerkstatt gemeinsam mit ihrer Bürgerschaft Visionen hierfür entwickeln", so Andreas Renner. Familienfreundlichkeit sei ein Standortfaktor, von dem auch die Zukunftsfähigkeit von Städten und Gemeinden abhänge. "Deshalb kann ich alle hier Beteiligten nur beglückwünschen, dass sie sich hier aktiv für Familien zusammenschließen", so der Minister weiter. Sein Ministerium fördert die Durchführung der lokalen Zukunftswerkstätten im Rahmen der Initiative "Kinderland Baden-Württemberg".

Weitere Zukunftswerkstätten in ganz Baden-Württemberg geplant

Mit der Durchführung der Zukunftswerkstatt übernimmt die Stadt Lahr mit anderen Kommunen aus dem Ortenaukreis eine Vorreiterfunktion für ganz Baden-Württemberg. Seit Juni 2005 führt die FamilienForschung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Ortenauer Bündnis für Familien und den beteiligten Gemeinden und Städten modellhafte Zukunftswerkstätten zum Thema "Familienfreundliche Kommune" durch. Den Auftakt in diesem Jahr haben Meißenheim, Kehl, Seelbach, Berghaupten, Willstätt und Lahr gemacht. Für 2006 sind weitere Zukunftswerkstätten in ganz Baden-Württemberg geplant.

Ideen und Vorschläge für ein familienfreundliches Lahr

Was ist in Lahr familienfreundlich? Und was nicht? Welche Ideen und Zielvorstellungen gibt für ein rundum familienfreundliches Lahr im Jahr 2020? Und was sind dazu die wichtigsten Schritte und Maßnahmen, die Lahr als nächstes angehen soll? Anhand dieser Fragen haben die Teilnehmer/innen im ersten Teil der Veranstaltung konkrete Ideen und Vorschläge für ein familienfreundliches Handlungskonzept der Stadt Lahr erarbeitet.

Ganz oben auf der Vorschlagsliste stehen die Themenbereiche "gute Startchancen für Kinder" und "Vereinbarkeit von Beruf und Familie". Gewünscht werden weitere Verbesserungen bei der frühkindlichen Förderung, eine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten in den Kindergärten, eine durchgängige Kinderbetreuung auch in den Ferien, eine stärkere Vernetzung mit den Grundschulen sowie eine "Elternschule", die jungen Familien in Erziehungsfragen zur Seite steht. Vorgeschlagen wird auch der Aufbau eines Betreuungsnetzwerkes, das Tagespflege und Kurzzeitpflege ("Leihomas") vermittelt. Alle Angebote sollten im Internet abrufbar sein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Zukunftswerkstatt ist das Zusammenleben von Alt und Jung. Vielfach vorgeschlagen wird ein "Haus der Generationen" bzw. "Haus der Familie", das Raum bietet zur Begegnung von Alt und Jung, in dem ältere Menschen ihr Wissen an Jüngere weitergeben können und gemeinsame Freizeitaktivitäten möglich sind. Solche Treffpunkte für Alt und Jung sollte es in allen Stadtteilen geben, z.B. auch unter dem Dach eines Kindergartens oder einer Schule. Angeregt werden auch neue Wohnformen für Alt und Jung: "Da gibt es gute Modelle", so eine Teilnehmerin, "eine ältere Person kocht für die Kinder, dafür tragen die jungen Eltern ihr die Wasserflaschen ins Haus".

Weitere wichtige Themen sind die bessere Anbindung der Sadtteile mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mehr Verkehrssicherheit für Kinder sowie die schwierige Ausbildungsplatzsituation für Jugendliche. Hierzu wird ein kommunales Fördersystem vorgeschlagen, dass Anreize setzt für Handwerker und Betriebe, die verstärkt in die Ausbildung investieren. Alle Ergebnisse der Zukunftswerkstatt werden dokumentiert und sind Ausgangspunkt für die weitere Arbeit der Stadt Lahr an einem familienfreundlichen Handlungskonzept.

Weitere Informationen

Die Presseberichte zur Lahrer Zukunftswerkstatt aus der Badischen Zeitung (BZ) und dem Offenburger Tageblatt (OT) sind hier abrufbar: Alt und Jung sollen sich helfen (BZ 3.12.05); Arbeitsgruppen basteln am Weg für eine Vision (OT 5.12.05); Arbeiten an der "Keimzelle Zukunft" (BZ 5.12.05); Gibt es ab 2006 Familienzentren? (BZ 5.12.05); SPD: Familienzentrum so bald wie möglich (OT 5.12.05); Familien bauen an der Zukunft ihrer Stadt (OT 23.11.05); Familien und Kinder im Fokus (BZ 23.11.05).

Weitere Berichte zu den Zukunftswerkstätten finden Sie hier im Portal www.familienfreundliche-kommune.de und beim Ortenauer Bündnis für Familien unter www.bff-ok.de.

Eine CD & DVD Präsentation der Zukunftswerkstätten kann bezogen werden bei der FamilienForschung Baden-Württemberg, Böblinger Straße 68, 70199 Stuttgart, Tel. 0711-641-2955, fafo-bw@stala.bwl.de.

Ansprechpartner

Jens Ridderbusch, FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamtes, Tel. 0711-641-2719, jens.ridderbusch@stala.bwl.de

Hans-Jürgen Lutz, Ortenauer Bündnis für Familien/ Jugendhilfeplanung, Landratsamt Ortenaukreis, Tel. 0781-805-9575, hans-juergen.lutz@ortenaukreis

Zukunftswerkstatt in Bildern

"Familienfreundliches Lahr", 2. Dezember 2005