Zukunftswerkstatt "Gemeinsam für Familien in Igersheim"

Gemeinde, Bürgerinnen & Bürger, lokale Unternehmen & IHK ziehen an einem Strang

Stuttgart, 29.01.2007

Im Rahmen der Zukunftswerkstatt "Gemeinsam für Familien in Igersheim" am 20. Januar 2007 im Igersheimer Bürgerhaus diskutierten Bürgerinnen und Bürger, Fachleute, Unternehmens-, Gemeinde- und Verbandsvertreter sechs Stunden lang zunächst über Ideen, Zielvorstellungen und Visionen zur Kinder- und Familienfreundlichkeit vor Ort. Anschließend erarbeiteten die über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens konkrete Vorschläge und Handlungsansätze zur Weiterentwicklung der Kinder- und Familienfreundlichkeit in Igersheim. Die Arbeitsergebnisse der Zukunftswerkstatt werden nun dokumentiert und in der Regel direkt vom Gemeinderat oder von speziellen Arbeitsgruppen zur Weiterverarbeitung aufgegriffen.

Die IHK Heilbronn-Franken und die Wittenstein AG unterstützen die Zukunftswerkstatt

"Das Thema Familienfreundlichkeit zählt auch für die IHK Heilbronn-Franken zu den wichtigsten Themen überhaupt. Wir sind der festen Überzeugung, dass kinder ? und familienfreundliche Kommunen, Regionen und auch familienfreundliche Unternehmen Vorteile gegenüber anderen haben." betonte Achim Ühlin von der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, die die Zukunftswerkstatt in Igersheim zusammen mit der ortsansässigen Wittenstein AG finanziell unterstützt.

Weitere Zukunftswerkstätten in ganz Baden-Württemberg geplant

Mit der Durchführung der Zukunftswerkstatt übernimmt die Gemeinde Igersheim zusammen mit bisher 15 weiteren Kommunen aus ganz Baden-Württemberg eine Vorreiterfunktion für das ganze Land. Seit Juni 2005 führt die FamilienForschung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Ortenauer Bündnis für Familien, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) und ausgewählten Gemeinden und Städten Zukunftswerkstätten zum Thema "Familienfreundliche Kommune" durch. Für 2007 sind im Rahmen der Initiative "Kinderland Baden-Württemberg" weitere Zukunftswerkstätten in ganz Baden-Württemberg geplant.

Ideen und Vorschläge für ein kinder-, jugend- und familienfreundliches Igersheim

Was ist in Igersheim familienfreundlich? Und was nicht? Welche Ideen und Zielvorstellungen für ein rundum kinder- jugend- und familienfreundliches Igersheim im Jahr 2020 gibt es? Und was sind dazu die wichtigsten Schritte und Maßnahmen, die Igersheim als nächstes angehen soll? Anhand dieser Fragen haben die Teilnehmer/innen im ersten Teil der Veranstaltung konkrete Ideen und Vorschläge für ein familienfreundliches Handlungskonzept der Gemeinde Igersheim erarbeitet.

Ganz oben auf der Vorschlagsliste stehen die Themenbereiche "Gute Startchancen für Kinder", "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" und "Jugend in Igersheim". Die Bürger/innen sehen die Notwendigkeit für eine Intensivierung der Kooperation zwischen Kindergarten und Schule, um den Kindern diesen entscheidenden Übergang zu erleichtern. Außerdem wird ein weiterer Ausbau der Betreuungsangebote für Kindergarten- und Schulkinder, eine Ferienbetreuung für Schulkinder von 6 bis 16 Jahren und ein Ausbau der Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder vorgeschlagen.

Auch Betreuungsangebote und die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung für Jugendliche haben für die Teilnehmern/-innen eine hohe Priorität: Die Betreuungsangebote sollen weiter in Richtung Ganztagsschule ausgebaut und durch ein verlässliches Ferienprogramm flankiert werden. Darüber hinaus wird dazu angeregt, dass auch die Unternehmen vor Ort sich mehr für die Jugendlichen öffnen und engagieren. Sie könnten z.B. über Tage der offenen Tür oder Workshops in den Schulen einen Beitrag zur Berufsvorbereitung leisten. Eine wichtige Rolle erkennen die Teilnehmer/-innen auch der Vereinsarbeit zu, die sich zunächst eine breitere Basis schaffen und darauf aufbauend dann bei den Jugendlichen auf mehr Gemeinsinn hinwirken soll.

Außerdem halten die Igersheimer Bürger/-innen eine Infobroschüre für wichtig und sinnvoll, die als Wegweiser alle Angebote für Familien in Igersheim erfasst und vorstellt. Darüber hinaus wurde einem Ausbau von Maßnahmen zur Gewaltprävention an Schulen eine hohe Priorität gegeben.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt war das Zusammenleben von Alt und Jung. Vielfach vorgeschlagen wurde die Einrichtung einer Tauschbörse an einem zentralen Ort in der Gemeinde, auf deren Vermittlung hin sich die Bürgerinnen und Bürger gegenseitig unentgeltlich helfend zur Hand gehen können. Über diese Börse ließe sich auch ein ebenfalls vorgeschlagener Leihoma/ -opaservice organisieren. Ein weiteres wichtiges Thema war die Durchführung einer Bedarfsanalyse für ein Ruf-/Sammel- /Bürgertaxi, das die Mobilität vor Ort für Jung und Alt verbessern soll.

Alle Ergebnisse der Zukunftswerkstatt werden nun dokumentiert und sind Ausgangspunkt für die weitere Arbeit der Gemeinde Igersheim an einem familienfreundlichen Handlungskonzept.

Weitere Informationen

Aktuelle Berichte zu den Zukunftswerkstätten finden Sie laufend hier im Portal www.familienfreundliche-kommune.de. Eine CD & DVD Präsentation zu den Zukunftswerkstätten "Familienfreundliche Kommune" kann bei der FamilienForschung Baden-Württemberg bezogen werden.

Ansprechpartner

Christine Ehrhardt, FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamtes, Tel. 0711-641-2668, christine.ehrhardt@stala.bwl.de

Jens Ridderbusch, FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamtes, Tel. 0711-641-2719, jens.ridderbusch@stala.bwl.de

Quelle

FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg