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Alleinerziehende in Baden-Württemberg

Aktueller Report erschienen

Stuttgart, 10.03.2010

Der aktuelle Report „Familien in Baden-Württemberg“ hat die Lebenssituation Alleinerziehender zum Thema. Er bietet eine Zusammenstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten dieser Lebensform. Schwerpunkte liegen dabei auf den soziodemografischen Merkmalen, der finanziellen Situation und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Rund jede sechste Familie ist alleinerziehend

Der Anteil alleinerziehender Familien ist angestiegen. Rund jede sechste Familie mit Kindern unter 26 Jahren ist alleinerziehend. In Baden-Württemberg leben damit 361.000 Kinder unter 26 Jahren (rund 14% aller Kinder) bei alleinerziehenden Elternteilen. Betrachtet man nur die minderjährigen Kinder, so wachsen in Baden-Württemberg rund 240.000 nur mit einem Elternteil im Haushalt auf. In rund 86% dieser Familien lebt die Mutter mit den Kindern zusammen. Bei älteren Kindern steigt der Anteil derjenigen, die mit dem Vater zusammenwohnen.

Alleinerziehende sind finanziell schlechter gestellt

Alleinerziehende sind finanziell schlechter ausgestattet als andere Familien. Verglichen mit der durchschnittlichen Wohlstandsposition in Baden-Württemberg befinden sie sich unter dem Durchschnitt und unterliegen einem höheren Armutsrisiko. Sie sind häufiger und länger armutsgefährdet als Ehepaare mit Kindern und fallen auch häufiger wieder in prekäre finanzielle Lagen zurück. Besonders problematisch ist dabei die Lage für Alleinerziehende mit mehreren oder mit kleinen Kindern. In beiden Lebenssituationen ist es für Alleinerziehende schwierig einer existenzsichernden Erwerbsarbeit nachzugehen. Alleinerziehende sind in höherem Maße auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen. Fast jede dritte Alleinerziehende in Baden-Württemberg mit einen Kind unter 6 Jahren nennt Hartz IV als hauptsächliche Einkommensquelle. Bundesweit sind mehr als die Hälfte der Bedarfsgemeinschaften nach SGB II mit Kindern unter 18 Jahren Alleinerziehende.

Schwierige Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit

Die Aufnahme einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit ist eine effektive Armutsprävention. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Alleinerziehende schwierig. Über zwei Drittel berichten von Problemen mit der Vereinbarkeit beider Lebensbereiche. Trotzdem sind 68% der weiblichen Alleinerziehenden mit Kindern unter 26 Jahren und 77% der alleinerziehenden Väter in Baden-Württemberg erwerbstätig. Allerdings ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit vom Alter des Kindes abhängig. Nur knapp 30% sind bereits wieder erwerbstätig, wenn das Kind noch keine drei Jahre alt ist. Eine Rolle spielt auch die zur Verfügung stehende Kinderbetreuung. 43% der Alleinerziehenden würden ihren Arbeitsumfang erhöhen, wenn ihnen eine entsprechende Kinderbetreuung zur Verfügung stände.

Der Report kann kostenlos abonniert werden

Der Report wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes quartalsweise von der FamilienForschung Baden-Württemberg erstellt und erscheint ausschließlich in elektronischer Form. Er steht ab sofort auf den Websites des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg und der FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg zum Download zur Verfügung und kann über die Homepage der FamilienForschung kostenlos abonniert werden. Die nächste Ausgabe befasst sich mit dem Thema „Ganztagsschulen“.

Kontakt

Heike Lipinski, FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt, Tel.: 0711-641-2956, E-Mail: heike.lipinski@stala.bwl.de

Dr. Stephanie Saleth, FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt, Tel.: 0711-641-2033, E-Mail: stephanie.saleth@stala.bwl.de

Quelle

FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg