Familienpolitische Entwicklungen ? Angebote für Familien

Doppelausgabe des "Reports Familien in Baden-Württemberg" erschienen

Stuttgart, 12.10.2010

Familienpolitische Themen stehen nach wie vor hoch im Kurs. Nach Ergebnissen der vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Monitor-Umfrage Familienleben 2010 hält etwa die Hälfte der Bevölkerung eine stärkere Förderung junger Familien (52 %) sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (48 %) und Verbesserungen für eine Steigerung der Geburtenrate (45 %) für notwendig, um Deutschland eine gute Zukunft zu sichern. Die jetzt veröffentlichte Doppelausgabe des Reports "Familienpolitische Entwicklungen ? Angebote für Familien" greift diese Themen auf. Sie bündelt Informationen zur Familienpolitik in Baden-Württemberg und Deutschland und geht der Frage nach, wie die deutsche Familienpolitik im europäischen Vergleich abschneidet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf familienpolitischen Entwicklungen in Baden-Württemberg: Die aktuelle Ausgabe des Reports informiert über bestehende Angebote für Familien in Baden-Württemberg und bietet einen Überblick über Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten für Kommunen sowie Unternehmen, die das Thema Familienfreundlichkeit aktiv angehen wollen. Dabei werden die fünf Handlungsfelder "Bildung und Betreuung", "Hilfe und Entlastung für Familien", "Vereinbarkeit von Familie und Beruf", "Finanzielle Unterstützung von Familien in Baden-Württemberg und "Familienfreundlichkeit vor Ort: Kommunalentwicklung für und mit Familien" in den Blick genommen.

Ausbau der Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben hohe Priorität

In den vergangenen Jahren gehörten der Ausbau der Kinderbetreuung, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter und die Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität von Familien zu den wichtigsten familienpolitischen Zielen in Deutschland. Auf Bundesebene waren die finanziell bedeutsamsten Maßnahmen der bedarfsgerechte Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren, die Einführung des Elterngeldes, die Ausweitung des Kinderzuschlages und des Wohngeldes sowie die Erhöhung und Staffelung des Kindergeldes. In Baden-Württemberg haben sich die Ausgaben für Familien in den vergangenen Jahren von 541,15 Millionen Euro (2006) kontinuierlich auf 591,32 Millionen Euro (2009) erhöht. Schwerpunkte der Ausgaben 2009 waren die Kindergartenförderung (386 Millionen Euro), die Förderung der Kleinkindbetreuung (rund 72,9 Millionen Euro) und das einkommensabhängige Landeserziehungsgeld (knapp 80,81 Millionen Euro).

Deutliche Fortschritte zeigen sich in Baden-Württemberg beim bedarfsgerechten Ausbau der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren, bei der Ausweitung von verlängerten Betreuungszeiten und beim Ausbau der Ganztagsbetreuung. Dennoch bleibt einiges zu tun: Um bis 2013 eine Betreuungsquote von landesweit durchschnittlich 35 % zu erreichen, werden noch rund 50 000 zusätzliche Betreuungsplätze für unter 3-Jährige im Land benötigt. Auch beim Ausbau der Ganztagsbetreuung sind die Ziele hoch gesteckt. Bis zum Schuljahr 2014/2015 soll ein bedarfsorientiertes und flächendeckendes Netz von Ganztagsschulen in Baden-Württemberg geschaffen werden.

Bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen, hat mittlerweile auch für viele Kommunen und Arbeitgeber eine hohe Priorität. Dabei wird das Thema heute vielfach facettenreicher wahrgenommen als noch vor einiger Zeit. Aufgrund der gestiegenen Frauenerwerbstätigkeit und des zunehmenden Unterstützungs- und Hilfebedarfs der älteren Generation spielt die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine immer größere Rolle. Ein weiterer Aspekt, der nicht zuletzt durch die Einführung des Elterngeldes an Bedeutung gewinnt, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter.

Zum "Report Familien in Baden-Württemberg"

Der "Report Familien in Baden-Württemberg" wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes Baden-Württemberg von der FamilienForschung im Statistischen Landesamt erstellt und bietet themenbezogene wissenschaftliche Analysen zur Lage von Familien in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa. Der Report erscheint quartalsweise als Online-Publikation. Abonnieren Sie den Report kostenlos bei der FamilienForschung!

Download

"Report Familien in Baden-Württemberg" 1/2010: Familienpolitische Entwicklungen ? Angebote für Familien

Kontakt

Dr. Stephanie Saleth, FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt, Tel. 0711/641-2033, stephanie.saleth@stala.bwl.de

Quelle

FamilienForschung Baden-Württemberg (FaFo) im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg