Bundesregierung setzt auf Frauen und Mütter zur Fachkräftesicherung

Neues Strategiepapier des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Fachkräftesicherung veröffentlicht

Stuttgart, 26.07.2011

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat im Juni 2011 ein neues Konzeptpapier zu Zielen und Maßnahmen der Bundesregierung zur Fachkräftesicherung veröffentlicht. Das Papier skizziert die Entwicklung des Fachkräfteangebots in Deutschland und definiert und begründet fünf strategische Schwerpunkte der Bundesregierung, um das Fachkräfteangebot angesichts des demografischen Wandels kurz-, mittel- und langfristig zu sichern:

Das höchste Potential für die kurz- wie längerfristige Mobilisierung von Fachkräften sieht die Bundesregierung in der Ausweitung der Arbeitszeiten von erwerbstätigen Frauen und in der Integration von nicht berufstätigen Müttern in den Arbeitsmarkt (siehe Abbildung unten).

Datenbasiert entscheiden und handeln

Um in Zukunft die in Deutschland regional sehr unterschiedlich ausfallenden Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sowohl zeitnah als auch längerfristig verlässlich einschätzen zu können, hat das BMAS einen Jobmonitor entwickelt, der ab dem dritten Quartal 2011 belastbare Ergebnisse zu kurzfristien Bedarfen und ab 2013 zu langfristigen Bedarfen liefern wird. Der Jobmonitor wurde in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft mit dem Anspruch entwickelt, die aktuelle und zukünftige Arbeitskräftenachfrage und das aktuelle und zukünftige Arbeitskräfteangebot nach Branchen, Berufen, Qualifikationen und Regionen möglichst umfassend und mit hohem Detaillierungsgrad abzubilden. Zusätzlich steht ein Qualifizierungsmonitor als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung - eine zweimal jährlich stattfindende Unternehmensbefragung im Auftrag der Bundesregierung. Die Ergebnisse der Analysen sollen in einem "Trendreport Arbeitskräftesicherung" zweimal pro Legislaturperiode veröffentlicht werden. Die Veröffentlichung des ersten Trendreports mit Ergebnissen zur aktuellen Arbeitskräftenachfrage (Reichweite bis 3 Jahre) und zum Arbeitskräfteangebot ist für September 2011 vorgesehen. Im folgenden zweiten Trendreport im 1. Quartal 2013 werden neben aktualisierten Ergebnissen zur aktuellen Situation auch Ergebnisse zur künftigen Arbeitskräftenachfrage und zum zukünftigen Arbeitskräfteangebot (Reichweite bis 20 Jahre) vorgestellt werden.

Aktivitäten zur Fachkräftesicherung auf regionaler Ebene unterstützen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügen oft nicht über die Ressourcen, um sich intensiv um die Rekrutierung der notwendigen Fachkräfte kümmern zu können. Deshalb wurde im April 2011 im Auftrag der Bundesregierung außerdem das Innovationsbüro "Fachkräfte für die Region" gegründet, das in Zukunft die praktische Arbeit zur Fachkräftesicherung auf regionaler Ebene unterstützen wird. Das zentrale Büro ist in Berlin im Haus der Deutschen Wirtschaft angesiedelt und wird von der DIHK Service GmbH betrieben. Hauptaufgabe des Büros ist es, regionale Ansätze zu identifizieren und zu unterstützen, bei denen sich arbeitsmarktnahe Akteure vor Ort wie Arbeitsagenturen und Jobcenter, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Verbände, Gewerkschaften, Unternehmen und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung ? erfolgreich vernetzen und gemeinsam konkrete Projekte und Initiativen zur Fachkräftesicherung anstoßen. In den nächsten Jahren sollen auf diese Weise in der ganzen Bundesrepublik leistungsstarke regionale Allianzen entstehen. Dabei wird das Innovationsbüro als Serviceeinrichtung für die regionalen Partner insbesondere die unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen und damit einhergehende Herausforderungen (zum Beispiel Ballungsräume versus strukturschwache Räume) berücksichtigen und außerdem vor allem für KMU praktische Lösungsansätze entwickeln. Darüber hinaus soll bestehendes Know-How zur Fachkräftesicherung praxisnah aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden und der bundesweite Erfahrungsaustausch über Fachveranstaltungen und Weiterbildungsangebote forciert werden.

Download

Konzeptpapier "Fachkräftesicherung - Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung" (PDF, 1,3 MB)

Quelle

FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg