Aktionsprogramm Familienbesucher

Die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg trägt mit diesem Programm dazu bei, dass Familien die notwendige Unterstützung durch kompetente Berater erhalten

Anlass und Ziele

Für junge Familien ist die erste Zeit mit einem Säugling eine schöne und aufregende Phase in ihrem Leben, aber auch eine neue Herausforderung. Viele Eltern fühlen sich in der ersten Zeit mit einem Baby verunsichert oder überfordert. Die Stiftung Kinderland hat deshalb im Juli 2007 das Aktionsprogramm "Ausbildung und Einsatz von Familienbesuchern" aufgelegt. Die Idee des Programms ist es, jungen Familien im Land notwendige Unterstützung durch kompetente Beraterinnen zu geben, die die Familie zu Hause besuchen. Die speziell geschulten Familienbesucherinnen sind zum Beispiel beruflich als Erzieherinnen, Krankenschwestern oder Sozialpädagoginnen tätig und haben dadurch oder weil sie selbst Eltern sind, Erfahrungen im Umgang mit Säuglingen und den Angeboten der Kommunen vor Ort.

Zentrales Ziel des Programms ist die Schaffung eines universell-präventiven Angebots zur Unterstützung junger Eltern von Anfang an.

Seit 2009 können junge Familien in den acht Modellkommunen bzw. -landkreisen Baden-Baden, Balingen, Calw, Ditzingen, Ravensburg, Salach, Sigmaringen/Mengen und Tuttlingen Unterstützung bekommen. Nach der erfolgreichen Pilotphase wurden 24 Multiplikatoren ausgebildet, die ihrerseits weitere Familienbesucher schulen. Das Universitätsklinikum Ulm und der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg führen das Programm weiter fort. Das von einem Expertenkreis entwickelte Curriculum können interessierte Städte und Gemeinden bei der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg anfordern.

Weitere Informationen entnehmen Sie der Ausschreibung.

Weitere Informationen zum Curriculum finden sie hier.

Zielgruppen

  • Alle Eltern einer Kommune mit Neugeborenen
  • zugezogene Eltern mit Kindern unter drei Jahren

Zusammenarbeit

Die Arbeitsgruppe des Universitätsklinikums Ulm erarbeitete unter der Leitung von Herrn Professor Dr. Jörg M. Fegert und Frau Professorin Dr. Ute Ziegenhain das Fortbildungskonzept von Familienbesucherinnen, begleitete die Durchführung wissenschaftlich und arbeitete die Ergebnisse fundiert auf. Ein hochkarätiges Expertengremium aus Wissenschaftlern und erfahrenen Praktikern begleitete konstruktiv die Arbeit der Forschungsgruppe. Des Weiteren wurden in Kooperation mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vorbereitet, das Ausbildungskonzept an viele zukünftige Besucherinnen weiterzugeben.

Angebote und Umsetzungsschritte

Familienbesucher überbringen jungen Eltern in Baden-Württemberg nach der Geburt ihres Kindes (zwischen der 5. und 12. Lebenswoche des Säuglings) die Glückwünsche des Landes und ihrer Kommune bzw. ihres Kreises und heißen den neuen Erdenbürger im Land willkommen. Unter anderem werden Informationen über Angebote für Eltern in der Gemeinde und Leistungen des Bundes für Familien überbracht. Die Familienbesucher kommen damit dem Informationsbedürfnis junger Eltern entgegen und tragen zu einem guten Start der Beziehung zwischen Staat und Familie bei. Die Eltern werden in ihrem Recht und ihrer Pflicht zur verantwortlichen Erziehung ihrer Kinder unterstützt. Die Familienbesucher fungieren dabei am Anfang der Elternschaft als persönlicher Berater der Familie und beziehen die Eltern als gleichberechtigte und aktive Partner mit ein. Sie informieren die Eltern und überlegen mit ihnen gemeinsam, ob und wenn ja, welche Hilfsangebote für die Familie passend sein könnten (z.B. Kurs in Säuglingspflege, Elternkurse, Säuglingsschwimmen, Familienpflegerin). Im persönlichen Gespräch mit den Eltern können sie auch ermitteln, welche Angebote sich Eltern wünschen und noch nicht oder nicht in ausreichender Form in der Gemeinde vorhanden sind. Diesen Bedarf können sie dann in die Gemeinde zurückmelden und so zu einer Verbesserung der sozialen Umwelt von Familien beitragen.

Ergebnisse und Auswirkungen

Das Aktionsprogramm Familienbesucher wurde wissenschaftlich begleitet und umfassend evaluiert. Die bisher knapp 700 Eltern (Stand Juni 2012), die bereits mit dem Programm erreicht wurden, haben sich sehr positiv zu den Besuchen geäußert. Unter anderem wurde der Familienbesuch von den Eltern hinsichtlich ihrer Zufriedenheit mit der Beratung, mit dem Auftreten der Familienbesucherin und der Nützlichkeit der erhaltenen Informationen und Angebote beurteilt. Hinsichtlich aller drei Dimensionen bewerteten die Eltern das Angebot zum Großteil als sehr gut oder gut, nur zu einem geringeren Anteil als befriedigend. 98,9 % der Befragten wünschten sich, dass das Aktionsprogramm Familienbesucher fortgesetzt wird.

Finanzierung

Die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg, eine Unterstiftung der Baden-Württemberg Stiftung, führt das Aktionsprogramm mit Fördermitteln durch.