Von der Initiative "Familienfreundlich im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald" zum lokalen Bündnis für Familie

Ein gemeinsames Dach für familienfreundliche Aktivitäten

Träger

Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Landratsamt

Anlass und Ziele

Familienfreundlichkeit ist ein sinnvoller Handlungsansatz, der demografischen Entwicklung und deren Folgen entgegenzusteuern. Familienfreundlichkeit ist ein fachübergreifendes Querschnittsziel, das aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Maßnahmen gewinnbringend für den Landkreis, für die Gemeinden, die Betriebe und Familien ist: Familienfreundlichkeit gilt als Standort- und Imagefaktor, die Abwanderung von Familien soll verhindert bzw. die Zuwanderung gefördert werden, um einer einseitigen Entwicklung der Bevölkerungsstruktur entgegenzuwirken.

Familienfreundlichkeit kann als Attraktivitätsfaktor bei der Wohnortwahl - gerade auch bei Besserverdienenden - gelten und damit zur Steigerung der Kaufkraft beitragen. Familienfreundlichkeit, die auch innovative Lösungen für die Betreuung älterer Menschen mitüberlegt, kann gegebenenfalls senkend auf die drohenden hohen Ausgaben für die Altenhilfe einwirken. Darüber hinaus gilt sie zunehmend als "weicher" Standortfaktor, der einem Fachkräftemangel entgegensteuern und die Innovationsfähigkeit örtlicher Betriebe, die sich wesentlich aus ihren qualifizierten und engagierten Mitarbeitern speist, stärken kann.

Wichtiger inhaltlicher Ansatzpunkt ist hier die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Familienfreundlichkeit durch eine Verbesserung der Kinderbetreuungssituation kann eine erhöhte Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit bzw. Vermittlungsfähigkeit bewirken. Dieser Ansatz richtet sich insbesondere an Frauen und Alleinerziehende und als Angebot für arbeitslose Kundinnen und Kunden der ARGE. Gegebenfalls ist ein langfristiger positiver Effekt auf die Wiedereingliederungsbilanz und damit für finanzielle Einsparpotenziale erreichbar.

Familienfreundlichkeit kann zur Schaffung positiver Lebensbedingungen für Kinder beitragen und zur Verhinderung von Fehlentwicklungen (gesundheitliche Störungen, soziale Problemlagen, eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten) und damit zur Entlastung der kommunalen Haushalte führen. Die Unterstützung von Familien als primäre Sozialisationsinstanz gilt als wirksame Prävention, da Familie die Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen heranwachsender Menschen besonders früh und nachhaltig prägt.

Damit mehr junge Menschen als bisher in fördernden Lebensbedingungen aufwachsen können, zur Unterstützung der familiären Strukturen, um der demografischen Entwicklung entgegen zu wirken und den Landkreis als Wirtschaftsstandort zu stärken, ist eine Bündelung verschiedener fachlicher Ressourcen notwendig. Die Umsetzung soll insbesondere vor Ort zur Realisierung familienfreundlicher Lebens- und Arbeitsbedingungen erfolgen.

Familienfreundlichkeit bildet sich in einzelnen Fachbereichen des Landratsamtes unterschiedlich ab. Daher ist eine integrierte und koordinierende Herangehensweise notwendig - fachbereichsübergreifend im Landratsamt und in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden des Landkreises, Trägern der freien Jugendhilfe, der Wirtschaft vor Ort, sowie ehrenamtlich Engagierten, Familien, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Fortbildungsträgern, Initiativen und weiteren Akteuren.

Ziel ist es, durch ein derart breit getragenes Bündnis die Wertschätzung für Familien im Landkreis zum Ausdruck zu bringen und letztendlich eine familienfreundliche Infrastruktur zu schaffen. Die Initiative "Familienfreundlich im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald" zielt darauf hin, Unterstützung und ein gemeinsames Dach für die vielfältigen Aktivitäten zu bieten. Diese Ansätze sollen gebündelt und besser koordiniert werden, so dass Informationen z.B. für Familien, Betriebe und andere Interessierte leichter zugänglich werden.

Zukünftige Handlungsfelder liegen u.a. in der Unterstützung der Gemeinden bei der Entwicklung von Familienfreundlichkeit, der bedarfsgemäßen Planung von Kinderbetreuungsangeboten in Kooperation mit den Gemeinden, im bekannt machen bestehender Angebote, dem Entwickeln eines Elternbildungskonzeptes, der Unterstützung von MultiplikatorInnen vor Ort, dem Angebot von Fortbildungen für Arbeitgeber im Rahmen eines betrieblichen Ansatzes zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Impulsgebung für neue Aktivitäten (z.B. beim Frauenwirtschaftstag). Ein gemeinsames Logo dient der Wiedererkennung und Identifikation.

Am 27. Juli 2007 trat der Landkreis den bundesweiten Lokalen Bündnissen für Familie bei und mit ihm 65 Bündnispartnerinnen und -partner.

Zielgruppen

Städten und Gemeinden des Landkreises, Trägern der freien Jugendhilfe, Wirtschaft vor Ort, Bürgerinnen und Bürger, ehrenamtlich Engagierte, Familien, Alleinerziehende, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Fortbildungsträgern, Initiativen, Multiplikatoren vor Ort

Zusammenarbeit

Städte und Gemeinden des Landkreises, Träger der freien Jugendhilfe, Wirtschaft vor Ort, Bürgerinnen und Bürger, ehrenamtlich Engagierte, Familien, Alleinerziehende, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Fortbildungsträgern, Initiativen, Multiplikatoren vor Ort

Überregionale Kooperationen

  • FamilienForschung Baden-Württemberg
  • Lokale Bündnisse für Familie
  • AG Familie Baden-Württmberg
  • Promotorennetzwerk "Familienfreundlicher Wirtschaftsstandort"

Angebote und Umsetzungsschritte

Im Landratsamt wurde eine Steuerungsgruppe mit Mitarbeiterinnen aus drei Dezernaten bzw. Fachbereichen (Jugendhilfeplanung, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsförderung sowie Gesundheitsförderung) für die Konzeptentwicklung, Koordination, Organisation und Unterstützung der Familienfreundlichkeit im Landkreis eingerichtet.

Das seit 2007 bestehende Bündnis besteht aus verschiedenen Akteuren. Die Bündnisstruktur setzt sich zusammen aus: Forum Familie, Team Familie, Aktionsgruppe Familie, Lenkungsgruppe, inhaltliche und geographische Aktiosnbereiche.

Ergebnisse und Auswirkungen

Ergebnis der Aktivitäten der Steuerungsgruppe sind z.B. die beiden folgenden Veranstaltungen:

Auftaktveranstaltung "Familienfreundlich im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald"

Ziel der Auftaktveranstaltung am 17. Mai 2006 im Landratsamt in Freiburg war es, über erfolgreiche Strategien und Praxisbeispiele zur Familienfreundlichkeit zu informieren. Landkreis, Kommunen, Unternehmen, Kirchen, Verbände, Vereine und weitere Bündnispartner sollte Gelegenheit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Wege zu finden, um das familienfreundliche Profil im Kreis und in den Kommunen zu schärfen. Mehr Informationen ...

Informationsveranstaltung zum Handlungskonzept "Zukunftswerkstätten"

Eine "Zukunftswerkstatt Familienfreundliche Kommune" ist ein eintägiger Auftaktworkshop, über den eine Kommune gemeinsam mit interessierten Akteuren und Bündnissen mit Kirchen, Einrichtungen, Unternehmen, Verbänden und Vereinen ein Handlungskonzept zur Familienfreundlichkeit auf den Weg bringt. Die Zukunftswerkstätten sind Teil der Landesinitiative "Kinderland Baden-Württemberg" und werden von der FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamtes fachlich und organisatorisch unterstützt und begleitet.

Ziel der Informationsveranstaltung am 22. November 2006 im Landratsamt in Freiburg war es, die bisherigen Erfahrungen der FamilienForschung Baden-Württemberg mit den Zukunftswerkstätten und das nötige Praxiswissen interessierten Akteuren aus dem Landkreis zu vermitteln, damit diese in ihren Kommunen selbst eine Zukunftswerkstatt durchführen können. Die Informationsveranstaltung richtete sich entsprechend an kommunal Verantwortliche und an all diejenigen Akteure im Landkreis, die die Kinder- und Familienfreundlichkeit in ihrer Kommune voranbringen wollen und sich dazu für eine Zukunftswerkstatt oder einen ähnlichen Auftaktworkshop interessieren.

Bündnis für Familie Familienfreundlich im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Seit dem 27. Juli 2007 ist der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Mitglied der "Bundesinitiative Lokale Bündnisse für Familie" und gestaltet gemeinsam mit seinen rund 63 Bündnisakteuren die Voraussetzungen für bessere familienfreundliche Lebens- und Arbeitsbedingungen. Ihre Ziele haben sie in ihrer Bündnisdeklaration festgehalten. Unter dem Dach der Familienfreundlichkeit arbeiten unterschiedliche Akteure daran mit, den Landkreis für die in ihm lebenden Familien und die Wirtschaft gleichermaßen attraktiv und lebenswert zu gestalten.

Immer mehr Akteure engagieren sich für die Themen:

  • Bildung und Betreuung der Kinder
  • Alt und Jung
  • Familienfreundlichkeit in der Arbeitswelt
  • Prävention und Gesundheitsförderung
  • Elternbildung
  • Gesellschaftliche Teilhabe