Komm mit in das gesunde Boot

Das Programm der Baden-Württemberg Stiftung fördert die gesundheitliche Entwicklung der Kinder in Kindergärten, Grund- und Sonderschulen

Anlass und Ziele

Bewegungsmangel und Übergewicht sind die Risikofaktoren des 21. Jahrhunderts. Durch Prävention, besonders im Kindesalter, können viele Folgekrankheiten eingedämmt oder vermieden werden.

Das Programm "Komm mit in das gesunde Boot" basiert auf den positiven Erfahrungen des Forschungsprojektes "Urmel-Ice", das seit dem Schuljahr 2006/2007 in 64 zweiten Klassen in und um Ulm durchgeführt worden ist. "Urmel-Ice" ist ein schulbasiertes transportierbares Präventionskonzept, mit dem eine gesunde Lebensweise bei Kindern gefördert werden soll.

Das Gesundheitsförderprogramm "Komm mit in das gesundes Boot" der Baden-Württemberg Stiftung wird seit 2009 in Grundschulen landesweit umgesetzt, seit 2013 mit äquivalentem Konzept in Kindertageseinrichtungen. Es orientiert sich an den Zielen und Leitperspektiven des neuen Bildungsplans für die Grundschule (Klasse 1-4), bzw. des Orientierungsplans für den Kindergarten. Im Mittelpunkt stehen dabei jene Themen, in denen Kinder Kompetenzen erwerben sich ausreichend zu bewegen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten und sich gesund zu ernähren. Kompetenz in diesen Verhaltensweisen führt zu einer gesteigerten Lebensqualität im körperlichen, aber auch im psychischen und sozialen Bereich. Neben dem Erwerb von Wissen, wie körperliche, geistige, emotionale und soziale "Fitness" erreicht werden kann, steht das Vermitteln von Handlungsalternativen im Vordergrund. Zentrales Ziel des Programms ist der Aufbau von Kompetenzen für einen gesunden Lebensstil bereits in jungen Jahren.

Zielgruppen

Kinder im Kindergartenalter (3-6 Jahre), Schulkinder (Klasse 1-4)

Zusammenarbeit

Das Projekt wurde unter der Federführung von Prof. Dr. Jürgen M. Steinacker, Leiter der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und seinem Team im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Die Fahrtkosten der teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer werden vom Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik Baden-Württemberg (LIS) erstattet.

Angebote und Umsetzungsschritte

Erzieher/-innen und Lehrkräfte, die in Kindertageseinrichtungen bzw. an Grund- und Sonderschulen in Baden-Württemberg tätig sind, werden zu speziellen regionalen Fortbildungen eingeladen. Sie erhalten kostenlos die eigens für das Programm erarbeiteten in der Praxis erprobten und wissenschaftlich geprüften Materialien. Diese können direkt im Alltag sowie im Unterricht eingesetzt werden.

Im Bereich der Grundschule wird das Programm durch die Klassen- oder Fachlehrer/innen umgesetzt. Die Materialien sind spiralcurricular aufgebaut und unterstützen ein vernetztes und interdisziplinäres Lernen. Pro Schuljahr sind 20 Unterrichtseinheiten zu den Themenbereichen Bewegungs-, Ernährungs- und Freizeitverhalten im Umfang von je einer oder zwei Unterrichtsstunden vorgesehen sowie tägliche kurze Bewegungseinheiten und Materialien für die Elternarbeit. Im Kindergarten sind 30 Ernährungs-, Bewegungs- und Freizeiteinheiten vorgesehen, darüber hinaus 20 Bewegungsstunden. Die Elternarbeit ist auch hier wesentlicher Bestandteil des Programms.

Für die umfangreiche Unterstützung der Erzieher/-innen und Lehrkräfte steht in jedem Land- oder Stadtkreis Baden-Württembergs mindestens eine erfahrene und qualifizierte pädagogische Kraft als Multiplikator/in zur Verfügung. Die Multiplikatoren bieten für die teilnehmenden Erzieher/-innen und Lehrkräfte mehrteilige regionale Fortbildungen zu Theorie und Praxis des Konzeptes an.

Ergebnisse und Auswirkungen

Kinder essen gesünder, wenn sie dazu von Pädagogen angeleitet werden. Dies zeigt eine Studie, für die das laufende Gesundheitsprogramm auf den Prüfstand gestellt wurde.

Die Kinder aßen nach Teilnahme daran nicht nur gesünder, sie bewegten sich auch mehr und waren seltener krank.

Eltern mit ins Boot zu holen, das hat die Evaluierung des Programms ergeben, ist mindestens ebenso wichtig wie Kindern frühzeitig Angebote zu machen. Damit Kinder sich gesünder ernähren und mehr bewegen, muss nach Meinung der Wissenschaftler ihr Umfeld stärker aktiv mit einbezogen werden.

Finanzierung

Finanziert und gefördert wird das Projekt von der Baden-Württemberg Stiftung.