EMIL- Emotionen regulieren lernen

Ein Qualifizierungskonzept für pädagogische Fachkräfte in Baden-Württemberg

Anlass und Ziele

Die Baden-Württemberg Stiftung hat das ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen mit der Entwicklung und Evaluation eines Qualifizierungskonzepts für pädagogische Fachkräfte beauftragt, mit dem die Selbstregulationsfähigkeit von Kindern und das soziale Verhalten gefördert werden können. Dieses neue Konzept trägt die Bezeichnung „EMIL Emotionen regulieren lernen“.

Sozial kompetentes Verhalten setzt bestimmte kognitive Fähigkeiten voraus, die es uns ermöglichen, spontane Impulse zu hemmen, verschiedene Handlungsoptionen im Gedächtnis präsent zu halten und abzuwägen sowie flexibel auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Die Entwicklung dieser kognitiven Funktionen sind die Grundlage dafür, sich selbst im Griff zu haben, sich in andere hineinversetzen zu können sowie sein eigenes Handeln zu reflektieren und zu steuern. Sie bilden darüber hinaus die Basis für erfolgreiches Lernen.

Mit EMIL ist ein Konzept entstanden, das am täglichen Handeln von pädagogischen Fachkräften im Kindergarten anknüpft. Durch die 3-tägige Qualifizierung sowie vielfältige Materialien und Praxisanregungen werden pädagogische Fachkräfte befähigt, ihr professionelles Handeln bezüglich der Förderung kindlicher Selbstregulation zu reflektieren und zu erweitern. Die vom ZNL entwickelten Materialien und Methoden für den Kindergartenalltag sollen pädagogische Fachkräfte dabei unterstützen, alltagsbegleitend exekutive Funktionen und dabei besonders die inhibitorische Verhaltenssteuerung, planvolles und flexibles Vorgehen, die Aufmerksamkeitslenkung sowie die Regulierung eigener Emotionen von Kindern spielerisch zu fördern.

Zielgruppen

Pädagogische Fachkräfte in Baden-Württemberg

Angebote und Umsetzungsschritte

  • Durchführung von kostenfreien Qualifizierungsmaßnahmen für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen
  • Einsatz von Materialien, Spielen und Methoden zur Förderung der Selbstregulation und Perspektivenübernahme für den Kindergartenalltag
  • Einsatz von Instrumenten und Transferaufgaben zur Reflexion des pädagogischen Handelns in Bezug auf die Förderung der Emotionsregulation bei Kindern

Ergebnisse und Auswirkungen

In zwei Evaluationsphasen konnte nachgewiesen, dass EMIL wirkt. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verbesserten sich vor allem die Arbeitsgedächtnisleistung, die Inhibition des eigenen Verhaltens, die Perspektivenübernahme sowie die Selbststeuerung und Rücksichtnahme bei den Kindern der Interventionsgruppe, deren Erzieher/innen in EMIL qualifiziert wurden.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Antwort auf neuen Bedarf oder neue Zielgruppe
  • Kostengünstig
  • Alltagsintegriertes, individuell umsetzbares Kindergartenkonzept

An­sprech­part­ner

Frau Laura Walk | Universität Ulm, ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen | | | Tel. 0731 / 500 - 62006 | » E-mail

Link

EMIL- Emotionen regulieren lernen