Familien für Stuttgart gewinnen, Familien in Stuttgart halten

Familienförderstrategien der Stadt Stuttgart

Träger

Stadt Stuttgart

Anlass und Ziele

Familienförderung ist in der Landeshauptstadt Stuttgart angesichts einer zunehmenden Umschichtung in Bevölkerungsstruktur der Kernstädte, die aufgrund einer selektiven Abwanderung von Familien und eines wachsenden Anteils von Auszubildenden, Studenten, Alleinerziehenden und älteren Menschen zustande kommt, ein wichtiges politisches Ziel.

Bislang konnten allerdings selbst ehrgeizige Projekte im Bereich familienorientierter Wohnungsbau nicht zu einer Abschwächung des Trends zur Suburbanisierung beitragen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, will die Stadt wirksame Anreize schaffen, um junge Familien entweder in der Stadt zu halten oder aber zu einer Ansiedlung in Stuttgart zu bewegen.

Zielgruppen

Familien in Stuttgart

Zusammenarbeit

Stadtverwaltung Stuttgart, Kuratorium "Familienfreundliches Stuttgart", Netzwerk "Familienfreundliche Unternehmen"

Angebote und Umsetzungsschritte

Um die Gründe, die für Familien gegen eine Ansiedlung bzw. gegen ein Bleiben in Stuttgart sprechen, zu ermitteln, führte die Stadtverwaltung Stuttgart eine Analyse der Personaldaten der eigenen Mitarbeiter zu diesem Thema durch. Es zeigte sich dabei unter anderem, dass bei Mitarbeiterinnen Fehlzeiten aufgrund einer mangelhaften Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft deutlich höher ausfielen. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Ermittlung des Bestandes an Kinderbetreuungsplätzen im Verhältnis zum Bedarf.

Im Anschluss an die Ergebnisse der Studie entwickelte man geeignete familienpolitische Maßnahmen und gründete das Kuratorium "Familienfreundliches Stuttgart". Zur Entwicklung und Ausarbeitung konkreter Projektideen wurden im Rahmen des Kuratoriums 15 interdisziplinäre Arbeitsgruppen gegründet. Im nächsten Schritt wurden familienbezogene Serviceleistungen für die Mitarbeiter/innen der Stadt Stuttgart entwickelt, die allen Stuttgarter Familien zugänglich gemacht werden sollen, sobald sie sich im Test bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung bewährt haben.

Um eine intensive Bürgerbeteilung zu erreichen, wurde eine explorative Elternbefragung und ein Pretest des Familienportal durchgeführt. Außerdem wurde eine Hotline zum Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" eingerichtet.

Ergebnisse und Auswirkungen

Bis heute hat die Stadt Stuttgart in ihrer Rolle als Arbeitgeber eine Reihe von Serviceleistungen eingeführt, so zum Beispiel

  • Notfallplätze im betriebseigenen Kindergarten
  • einen Stellenpool
  • eine Anlaufstelle im Fall von familienbedingtem beruflichem Aus- und Wiedereinstieg und
  • ein Wiedereinstiegsportal im Internet

In Kooperation mit Kindertagesstätten und mit der Musikschule wurden flexible Betreuungsangebote geschaffen. Das Angebot einer Abendbetreuung durch Erzieherinnen konnte über die Konstruktion eines Fördervereins realisiert werden.

Erstes Ergebnis der Arbeitsgruppen des Kuratoriums "Familienfreundliches Stuttgart" ist ein Netzwerk von Unternehmen, das anhand einer Checkliste Ansprechpartner zur familienfreundlichen Personalpolitik vermittelt und regelmäßig Fallbeispiele erfolgreicher familienorientierter Personalpolitik vorstellt.

Außerdem läßt sich als Erfolg verbuchen, dass der berufliche Wiedereinstieg nach weniger als einem Jahr Elternzeit bei der Stadt Stuttgart heute wesentlich schneller und problemloser vonstatten geht. Kooperationen, die zwischen Kommunalpolitik und Wirtschaft entstanden sind, haben zu einer Verbesserung der Abstimmung von Angebot und Nachfrage bei der Kinderbetreuung beigetragen. Aus den Kooperationen ist eine Reihe von vielversprechenden Pilotprojekten hervorgegangen: Derzeit befinden sich ein "Kinder- statt Damenprogramm" für Frauen in Managerpositionen, ein Kinderhotel und ein Familienportal in der Planungsphase. Das Familienportal soll den Kinderbetreuungsmarkt transparenter gestalten und entsprechende Dienstleistungsangebote über eine Suchmaske zugänglich zu machen.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Antwort auf neuen Bedarf oder neue Zielgruppe
  • Neue Kooperationen
  • Nachhaltige Wirkung
  • Kostengünstig

Finanzierung

Die Finanzierung der Pilotprojekte erfolgte im Rahmen der Budgets der städtischen Referate und durch den Förderverein "Kinderfreundliches Stuttgart". Für die Piloterprobung zur Verbesserung des Wiedereinstiegs stehen für fünf Stellen ca. 200.000€ zur Vefügung. Weitere Kosten werden durch Trägerkooperationen zwischen der Stadt und der Wirtschaft abgedeckt. Die Zusatzkosten zur flexiblen Kinderbetreuung werden durch Mischfinanzierungskonstruktionen getragen.