Mütterspargruppe "Hot Money"

Selbsthilfekräfte Alleinerziehender aktivieren

Träger

Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart West e.V.

Anlass und Ziele

Das Armutsrisiko ist in Deutschland gerade für Alleinerziehenden alarmierend hoch. Wer Kinderarmut in Deutschland bekämpfen will, muss vor allem über Strategien zur Armutsprävention in diesem Bereich nachdenken. Das Pilotprojekt Mütterspargruppe "Hot Money" versucht, eignverantwortliches Handeln zu stärken und so Lernprozesse über den Umgang mit Geld anzustoßen.

Dem Vorbild indischer Frauen folgend wurde im Herbst 2000 die erste Spar- und Kreditgruppe im Mütterzentrum in Stuttgart West ins Leben gerufen. Das Projekt verfolgt eine Strategie des Empowerments. Menschen sollen nicht zu Empfängern sozialer Wohlfahrt gemacht werden, sondern in Eigeninitiative Selbsthilfekräfte freisetzen.

Zielgruppen

alleinerziehende Mütter

Angebote und Umsetzungsschritte

Es wurde eine Gruppe von anfänglich 13 Müttern gebildet. Die Frauen beschlossen gemeinsam verbindliche Gruppenregeln, über die der Ablauf ihrer monatlichen Treffen, der Modus der Einzahlung sowie die Kreditvergabe festgelegt wurde.

Jede Teilnehmerin zahlt monatlich 50€ ein, aus dem Gruppenfonds werden dann bei Bedarf an einzelne Mitglieder Kredite vergeben. Wer einen Kredit beantragt, muss der Gruppe offen legen wofür der Kredit gebraucht wird und wie er zurück gezahlt werden soll. Die Kreditvergabe wird in der Gruppe ausdiskutiert und abgestimmt. Erhaltene Kredite werden bereits ab dem zweiten Ausleihmonat inklusive Zinsen zurückgezahlt. Die zu übenehmenden Aufgaben wie Gesprächsleitung und Kassenführung werden von den Frauen turnusmäßig selbst übernommen.

Ergebnisse und Auswirkungen

Bei den teilnehmenden Müttern hat sich ein neues Bewusstsein im Umgang mit Geld entwickelt. Die Beteiligten haben Vertrauen in ihre Fähigkeit gewonnen, ihre Finanzen selbständig zu regeln.

Durch das Offenlegen der eigenen finanziellen Situation werden Geldprobleme enttabuisiert. Dies ist ein wichtiger Schritt, um chaotische Finanzzustände aus der Welt zu schaffen. Des Weiteren ist für alle Mütter auch ein Lernzuwachs zu beobachten was gruppendynamische Prozesse und Gemeinschaftsbildung angeht. Durch den Austausch untereinander konnten Kompetenzen weitergegeben werden.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Mit der Zeit ging durch den formellen Charakter der monatlichen Treffen der persönliche Charakter der Gruppe verloren.

Durch den Lernprozess im Umgang mit Finanzen bestand bei den Müttern nach einer gewissen Zeit nur noch ein geringer Bedarf nach Krediten. Es herrschte eine gewisse Unentschlossenheit hinsichtlich zukünftiger Investitionen vor.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Generationenübergreifend

Raumbedarf

Die monatlichen Gruppentreffen wurden in den Räumen des Generationenhaus West abgehalten.

An­sprech­part­ner

Frau Petra Mayer | Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart West e.V. | Ludwigstr. 41-43 | 70176 Stuttgart | Tel. 0711/505368-30 | » E-mail | » WWW