Platzsharing - ein neues Modell in der Kinderbetreuung

EKiZ in Stuttgart bietet bedarfsorientierte Kinderbetreuung an

Träger

Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart West e.V.

Anlass und Ziele

In vielen Städten Deutschlands, so auch in Stuttgart, herrscht ein großer Mangel an Betreungsplätzen für Kleinkinder. Viele Eltern, vor allem aber Mütter, die wieder voll ins Berufsleben einsteigen wollen, sind dazu nicht in der Lage, da die Kinderbetreung nicht entsprechend ihrer Vorstellungen geregelt werden kann.

Das Platz-Sharing Modell versteht sich mit seinen flexiblen Betreungszeiten als familiengerechter Ansatz zur Kinderbetreuung. Es will berufstätigen Eltern entgegen kommen, in dem es ihnen erlaubt, das zeitliche Betreungsangebot mit ihrer Arbeitszeit zu synchronisieren. So lassen sich vorhandene Betreungsplätze ökonomisch sinnvoll verteilen.

Zielgruppen

Kleinkinder von 0 bis 4 Jahren

Angebote und Umsetzungsschritte

Das Kinderhaus Sternschnuppe des EKiZ hat seit September 2001 sein Angebot von 15 Ganztagesbetreungsplätzen auf ein Platz-Sharing-Modell umgestellt, bei dem 25 Kinder an mehreren Tagen der Woche betreut werden.

Um eine flexible Betreung zu gewährleisten, die arbeitenden Eltern entgegenkommt, mussten die Öfnungszeiten auf 8 -18 Uhr ausgeweitet werden. Die Arbeitszeiten der Erzieherinnen wurden auf Schichtbetrieb umgestellt. Zusätzlich sind die Eltern verpflichtet, an einem Tag im Monat von 16 bis 18 Uhr bei der Betreung der Kinder auszuhelfen. Ansonsten hätten die längeren Öffnungszeiten nicht ermöglicht werden können.

2001:

Die Kindertagesstätte Sternschnuppe nimmt Kinder von 0-3 Jahren auf. Das Lummerland nimmt Kinder von 0-6 Jahren auf. Die Betreuungszeit ist von 7.30 - 17.30 Uhr möglich. Es werden Ganztags- und Teilzeitplätze angeboten. Insgesamt bieten die Kindertagesstätten Sternschnuppe und Lummerland 40 Plätze in Platzsharing an.

Ergebnisse und Auswirkungen

Sowohl Eltern als auch Erzieher sind durchweg zufrieden mit dem Platz-Sharing-Modell. Berufstätigen Eltern kommt vor allem entgegen, dass sie durch dieses neue Konzept Familie und Beruf besser verbinden können, da sie viel mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können.

Die Erzieherinnen nahmen die Flexibilisierung der Betreung sowie ihrer Arbeitszeit sehr positiv auf. Zum einen wurde ihr Arbeitsalltag interessanter, da er nicht immer den selben Routineabläufen folgt, zum anderen lässt die flexible Betreuung ihnen mehr Spielraum, um auf die Wünsche einzelner Kinder einzugehen.

Im Juli 2010 konnte die ganztägige Kinderbetreuungseinrichtung "Lummerland" eröffnet werden. Sie bietet ebenfalls Platzsharingplätze an und erweitert das bisherige Angebot der Sternschnuppe. Organisiert und verwaltet werden die beiden Einrichtungen zum Teil mithilfe der Eltern.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Neuartige Idee
  • Antwort auf neuen Bedarf oder neue Zielgruppe

Personalbedarf

Aufgrund des hohen Aufwandes bei der Gruppenleitung und bei der Elternbetreung musste im Kinderhaus Sternschnuppe eine weitere halbe Erzieherinnen-Stelle geschaffen werden.

Finanzierung

Die zusätzlichen Kosten für weitere Personalausgaben wurden von der Stadt Stuttgart übernommen.