exploratorium

Kindermuseum Stuttgart und Region e.V.

Träger

Der Verein und die Vereinsmitglieder

Anlass und Ziele

Der Verein

Im gemeinnützigen Verein ?exploratorium Kinder- und Jugendmuseum Stuttgart und Region? haben sich 1997 Eltern, Kulturschaffende, Pädagogen und Wissenschaftler zusammengeschlossen, um die Idee eines Kinder- und Jugendmuseums für die Region Stuttgart zu konzipieren und umzusetzen. Seit 1998 wurden drei große Ausstellungen (?Mit Aug & Ohr?, ?Ganz Ohr ? haste Töne?, ?Experimenta - Physik für die Sinne?) und mehrere kleinere Engagements und Kooperationsprojekte durchgeführt, mit denen bis zum Ende der Experimenta 2003 rund insgesamt 45.000 kleine und große Besucher erreicht wurden. Konzeption und Umsetzung der Ausstellungen und Aktivitäten erfolgten durch das Engagement der Vereinsmitglieder.

Lebendiges Museum

Ausgehend von der Vorstellung eines ?lebendigen Museums? sollen in den Ausstellungen des ?exploratoriums? offene Aktions- und Lernformen für Kinder und Jugendliche Vorrang haben. Objekte und Exponate können berührt und ausprobiert werden, sie entfalten ihre Wirkung durch Möglichkeiten zum Erforschen dessen, was in ihnen steckt. Sie sind eingebettet in Spielsituationen, in kleine aktivierende Inszenierungen und Forscherangebote, kurz: sie setzen auf Interaktivität. Es geht um die Vermittlung von Phänomenen aus dem Bereich Wissenschaft, Kultur und Kunst und um Lernen mit neuen Methoden: Wissen entsteht durch aktive - über die Sinne vermittelte - Auseinandersetzung und aktives Beteiligtsein, durch Erforschen und Erkundung. Devise: ?Play is the highest form of research? (A. Einstein).

Exponate und Aktionen

Exponate, Experimentierstationen und Aktionen der Ausstellungen beziehen sich auf vielfältige Erfahrungen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Technik. Dabei können Querverbindungen zwischen diesen Bereichen hergestellt werden. Die Entwicklung der Exponate und Erfahrungsstationen soll in Zusammenarbeit mit Künstlern, Designern, Spielpädagogen, Wissenschaftlern, Handwerkern, Ausbildungswerkstätten etc. entstehen. Wo es möglich ist, werden Kinder selbst an der Entwicklung beteiligt.

Bildung fördern

Der Verein exploratorium will so dazu beitragen, eine vielfältige und reichhaltige kulturelle Kompetenz und Bildung zu fördern, die für Kinder und Jugendliche heute ein bedeutsames Kapital für eine selbstbewusste Persönlichkeitsentwicklung darstellt. Weiteres Ziel ist, bei der Konzeption und Umsetzung von Ausstellungsprojekten durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen (Künstler, Pädagogen, Technikern, Wissenschaftler) Kreativität und Phantasie durch Reibung unterschiedlicher Sicht- und Herangehensweisen zu fördern.

Museum mit Modellcharakter

In Stuttgart gibt es bislang keine vergleichbaren Angebote. Das exploratorium will bei der Vorbereitung und Umsetzung Fachwissen und Erfahrungen aus Kunst, Wissenschaft und Pädagogik miteinander verknüpfen. Die Einbeziehung vorhandener Infrastruktur und spartenübergreifende Erfahrungen sind ebenso wichtige Leitlinien für die konzeptionelle Entwicklung.

Für Stuttgart und nach unseren Erkenntnissen für ganz Baden-Württemberg hat die Entwicklung eines Kinder- und Jugendmuseums Modellcharakter. Gleichzeitig finden sich viele Erfahrungsstationen als Nachbau oder als Projekt in Kinder- und Jugendeinrichtungen der Region wieder. Als Beispiel kann hier das Kartonorchester vom Künstler Volker Illi (ein Exponat der ersten Ausstellung) genannt werden, das inzwischen in zahlreichen Jugendkunstschulen und Kindereinrichtungen als Projektwoche mit ?Instrumentenbau aus Karton? Einzug gehalten hat.

Materialien für Zuhause

Auch bei der aktuellen Mitmachausstellung ?Experimenta ? Physik für die Sinne? gab es wieder eine Handreichung für Pädagogen und Eltern mit Freihandexperimenten für die Schule und zu Hause.

Zielgruppen

Kinder ab 5 Jahre, Jugendliche, Familien

Zusammenarbeit

Bei der Ausstellung ?Ganz Ohr ? haste Töne? war die Junge Oper der Staatsoper Stuttgart Kooperationspartner, bei der Ausstellung ?Experimenta ? Physik für die Sinne? das 5. Physikalische Institut der Universität Stuttgart. Wir sind mittlerweile auch Partner in einem Netzwerk der Wirtschaftsförderung der Region, dass zum Ziel die Wissenschaftsvermittlung an Kinder und Jugendliche hat. Die Wirtschaftsförderung ist auf uns aufmerksam geworden.

Weitere Kooperationspartner bei Ausstellungen:

  • Stadt Karlsruhe
  • ZKM Karlsruhe
  • Stadt Ravensburg
  • Stadt Rheinfelden Grün 07
  • Regierungspräsidium Stuttgart
  • Haus der Wirtschaft Stuttgart
  • Kunststiftung Baden-Württemberg
  • Akademie für Information und Management Heilbronn Franken GmbH
  • Wittenstein AG
  • Spielkultur - Pädagogische Aktion München
  • Kinderbücherei der Stadt Stuttgart
  • Volkshochschule Stuttgart
  • Mittelmeerkonferenz

Angebote und Umsetzungsschritte

Vereinsgründung

1997

Ausstellung "mit aug & ohr"

1998: Realisierung der ersten Ausstellung ?mit aug & ohr? im Stuttgarter Rotebühlzentrum, die 10 Tage dauerte und von rund 8000 vor allem kleinen Besuchern, von Schulklassen und Kindergartengruppen besucht und mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Die einzelnen Erfahrungsstationen wurden in Zusammenarbeit mit Künstlern und Kulturschaffenden und mit kulturellen Institutionen realisiert.

Mittelmeerfestival

1999: im Rahmen des Mittelmeerfestivals in Stuttgart an einem Wochenende im April konnte sich das exploratorium mit ausgewählten Erfahrungsstationen erneut mit großer Resonanz ca. 500 Kindern präsentieren.

Expedition zur Erde

2000: Kooperationsprojekt zwischen dem Kindermuseum exploratorium und der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart im Rahmen der Aufführung der Kinderoper ?Expedition zur Erde?, einem Science fiction - Märchen mit Musik. Im Kontext dieser Inszenierung wurden grundlegende Elemente des Konzeptes des Kindermuseums exploratorium mit der Aufführung einer Oper für Kinder verbunden und so eine neue Erfahrungs-, Anregungs- und Erlebnisdimension eröffnet. 4500 Besucher incl. der Wiederaufnahme im Juli 2001.

Ganz Ohr - haste Töne. Eine interaktive Klangreise

2001: Ausstellung ?Ganz Ohr - Haste Töne. Eine Interaktive Klangreise? im Kammertheater Stuttgart als Gast bei der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart. Die Ausstellung vom 7. bis 21. Juni präsentierte einundzwanzig Klangmaschinen, Klangobjekte und Klangräume. 10.068 Besucher waren begeistert. Aufgrund der räumlichen Kapazitäten mussten zahlreiche interessierte Gruppen abgewiesen werden, da die Ausstellung für Gruppenbesuche schnell ausgebucht war.

KinderMitmachMuseum

2002: Ausstellung ?KinderMitmachMuseum? vom 28.Juli bis 8.September zusammen mit dem Jugendreferat der Gemeinde Remseck und dem Sonnenhof in einem Gewächshaus auf dem Sonnenhof in Remseck. 6000 Besucher waren erneut fasziniert von einer Auswahl verschiedener Exponate zum Thema Hören und Sehen.

experimenta - Physik für die Sinne

2003: Mitmachausstellung ?Experimenta ? Physik für die Sinne? zusammen mit dem 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart. Gezeigt wurden vom 15. September bis 5. Oktober 2003 über 40 Experimentierstationen zu grundlegenden physikalischen Phänomenen. Die Ausstellung besuchten über 16.140 kleine und große Besucher.

Die dreiwöchige Ausstellung ?Experimenta - Physik für die Sinne? im Römerkastell Bad Cannstatt hat die natürliche Entdeckerfreude von Kindern und Jugendlichen aufgegriffen und den Besuchern die faszinierende Welt der Physik erschlossen. Durch forschendes Erkunden und Experimentieren sollten Neugier und Interesse für grundlegende Fragen der Physik geweckt werden. Dabei ging es an den knapp 40 Experimentierstationen nicht um ?Knopf-Druck-Demonstrationen? - vielmehr konnten die kleinen und großen Besucher an den einzelnen Erfahrungsstationen selbst aktiv und kreativ werden und den Phänomenen auf die Spur kommen.

Unsichtbare Schwingungen wurden sichtbar, mit einem Flüsterspiegel konnte man fernhören, ein Spiegelkabinett eröffnete den Blick in die Unendlichkeit, ein Würfel konnte rollen, Schatten gefroren an der Wand, ein Ball schwebte scheinbar schwerelos in der Luft, riesige Rauchringe aus der Wirbelpauke flogen durch den Raum während kartesische Taucher nur auf Druck reagierten und ein magischer Koffer nicht das tat, was man wollte ...

Die Ausstellung war Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Verein ?exploratorium - Kindermuseum Stuttgart und Region? und dem 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart. Das gemeinsame Konzept ?Experimenta? wurde beim Ideenwettbewerb PUSH (Public Understanding of Science and Humanities) der Landesstiftung Baden-Württemberg ausgewählt. Mit diesem Programm fördert die Landesstiftung den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und unterstützt innovative Projekte, die die Vermittlung von Wissenschaft und Forschung an Kinder und Jugendliche zum Thema haben.

Die Resonanz auf die Mitmachausstellung ?Experimenta ? Physik für die Sinne? war überwältigend. Binnen einer Woche nach dem Anschreiben an Schulen und Kindereinrichtungen waren alle Gruppentermine bereits zwei Monate vor Ausstellungsbeginn ausgebucht. 220 Schulen und Einrichtungen hatten sich bereits im Juli zum Besuch angemeldet, damit waren die Kapazitäten für Gruppenbesuche erschöpft. Die Wochenenden waren für Familien und Einzelbesucher reserviert, auch hier bildeten sich lange Warteschlangen. Leider mussten wegen Überfüllung zahlreiche Familien- und Schulklassenbesuche abgewiesen werden.

Die einzelnen Experimentier- und Erfahrungsstationen sind so konzipiert, dass sie auch nach Ende der Ausstellung in weiteren Projekten und kleinen oder großen Ausstellungen an verschiedenen anderen ?Schauplätzen? gezeigt werden können, wenn vor Ort entsprechende Ressourcen (Räume / Betreuungspersonal) zur Verfügung gestellt werden können. Damit wird ein flexibles und mobiles Potenzial des Ausstellungsprojektes geschaffen, das auch in Zukunft nutzbar ist.

2004: Die experimenta wurde in Kooperation mit dem Landesgewerbeamt vom 12.7.-4.8.04 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart präsentiert.

2010: Die experimenta wurde im Haus der Wirtschaft vom 11. Juni-4. Juli 2010 erneut aufgenommen

ARTESPACE - multimedialer KunstSpielLernRaum für Kids ab 6 Jahren

2006: In der Welt der Medien experimentieren und darin mit allen Sinnen spielen: das war das Thema der neuen Mitmachausstellung ARTESPACE, die das Kindermuseum exploratorium in Kooperation mit der Pädagogischen Aktion München drei Wochen lang im Haus der Wirtschaft in Stuttgart präsentierte. 9150 Besucher wurden gezählt. Die Kapazitäten der Mitmachausstellung und der multimedialen Werkstationen waren damit ausgeschöpft und viele interessierte Gruppen konnten deshalb die Ausstellung nicht mehr besuchen.

Play it again - Zwei mal drei macht vier

2008: Das exploratorium - Kindermuseum Stuttgart und Region e.V. zeigte in Kooperation mit der Kunststiftung Baden Württemberg vom 3. April bis 8. Mai 2008 die Ausstellung "Play it again - Zwei mal drei macht vier" in der Kunststiftung in Stuttgart. Die gezeigten Arbeiten regten Kinder und Erwachsene gleichermaßen an, Kunst auf spielerische und experimentelle Weise zu erfahren. Die Künstlerin Katharina Wibmer und die Künstler Tilmann Eberwein, Joachim Fleischer und Volker Illi präsentierten interaktive Exponate, die speziell für diesen Kontext entwickelt wurden und zur direkten Auseinandersetzung einluden. Die Ausstellung war ebenfalls ein Erfolg, an Workshops und Führungen im Rahmen der einmonatigen Mitmachausstellung nahmen rund 1000 Kinder teil. Bei der Langen Nacht der Museen am 5. April 2008 ein Kinderprogramm mit Klangspielen am Kartonorchester angeboten. Mit dem Weltmobil konnte die Erde umrundet und im Licht- und Schattenlabor visuelle Entdeckungen gemacht werden.

Ergebnisse und Auswirkungen

Mit den Ausstellungen und Projekten wurde eine riesige Resonanz bei Bürgern, bei Schulen und Kindereinrichtungen erreicht. Zahlreiche Besucher, Gruppen und Schulklassen mussten wegen Überfüllung unserer Ausstellungen abgewiesen werden.

Die Frage eines ständigen Kindermuseums ist durch die letzte Ausstellung auch mehr in die kommunalpolitische Öffentlichkeit gekommen. Wir haben Raumangebote für eine Wiederholung der ?Experimenta? bekommen, allerdings fehlt dazu noch die Finanzierung.

Gästebücher und zahlreiche Rückmeldungen von den Ausstellungen sind voll mit positiven Statements und der immer wieder gestellten Frage: ?Wann kommt die nächste Ausstellung?" und ?Warum gibt es das nicht öfter und dauerhaft??.

Wir haben 2003 zwei Preise gewonnen: den Förderpreis der Region Stuttgart 2003 in der Sparte Kultur. Und einen Anerkennungspreis der Bürgerstiftung Stuttgart.

Seit dem Erfolg der Ausstellung experimenta wurde diese mit großem Erfolg an verschiedenen Orten und in verschiedenen Städten präsentiert (Ravensburg, Bad Mergentheim, Heilbronn, Rheinfelden und mehrfach in Stuttgart, Karlsruhe). 188 000 Besucher haben die Ausstellung bisher gesehen.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Es gibt keine kommunale Förderung. Das Risiko der Finanzierung und Durchführung der Ausstellungen liegt ausschließlich beim Verein. Die Suche nach Sponsoren und Stiftungsgeldern ist aufwendig und langwierig, Stiftungsgelder kommen oft mit zeitlicher Verzögerung und müssen vorfinanziert werden.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Förderung der Vermittlung von Kultur, Kunst und Wissenschaft an Kinder und Jugendliche

Raumbedarf

Für temporäre Ausstellungen ca. 1200 qm und Nebenräume. Für ein dauerhaftes Kindermuseum entsprechend mehr: insgesamt ca. 2500 qm für ständige Ausstellung und Wechselausstellungen.

Finanzierung

Ausschließlich durch Stiftungen, Sponsoren, Spenden und Eintrittsgelder.

Der Verein hat alle für die Ausstellung erforderlichen Mittel selbst bei Sponsoren und Stiftungen eingeworben. Darüber hinaus wurden tausende ehrenamtliche Stunden für die Vorbereitung und Umsetzung der Projekte von Vereinsmitgliedern, aber auch von temporär bei Projekten mitarbeitenden Bürgern (Rentner, Studenten, Eltern etc.) investiert.

Das Kindermuseum in Zusammenarbeit mit der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart Das Kindermuseum in Zusammenarbeit mit der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart