Elternschule für Mütter und Väter im Trennungsprozess

Strategien zur Bewältigung von Trennungssituationen

Träger

Deutsches Familienrechtsforum e.V.

Anlass und Ziele

Elternschaft nach einschneidenden familiären Veränderungen wie Trennung oder Scheidung stellt besondere Anforderungen, da die Eltern in hohem Maße verunsichert sind im Umgang mit ihren Kindern. Für Eltern und Kinder stellen solche Ereignisse existenzielle und lang nach wirkende Krisenereignisse dar.

Es ist deshalb unerlässlich, dass Eltern sich der Aufgabe stellen, in der veränderten Familienkonstellation nach der Trennung neue Zuständigkeit zu begründen, neue Betreuungs- und Umgangsformen zu erlernen, auszuhandeln und neu zu erproben, d.h. die nacheheliche Elternverantwortung neu zu gestalten.

Wie schwierig diese Aufgabe ist, zeigt die steigende Zahl von Umgangsrechtverfahren vor den Familiengerichten. Das Deutsche Familienrechtsforum hat die Erfahrung von fast 25 Jahren zusammengefasst und vermittelt betroffenen Eltern mit der Elternschule Orientierung in der veränderten Familienkonstellation nach Trennung und/oder Scheidung.

Zielgruppen

Eltern in einer Trennungssituation, nach einer Scheidung

Angebote und Umsetzungsschritte

Handlungsstrategien im Umgang mit dem Kind

Eltern bekennen sich meist nach wie vor zu ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern. Die Elternschule gibt ihnen Handlungsstrategien an die Hand, um den geänderten Rahmenbedingungen im Alltag entsprechen zu können. Nicht nur das durch den Partnerstreit entwickelte Freund/Feinddenken, sondern vor allem die Unfähigkeit situationstypische Reaktionen und Äußerungen der Kinder richtig zu interpretieren, führen zu regelmäßig streit stiftenden Fehlbeurteilungen und aggressiven Reaktionen. Eltern ziehen Rückschlüsse, die aufgrund der eigenen subjektiven Sichtweise weder dem tatsächlichen Willen des Kindes noch seinem Wohl entsprechen. Wie erlebt ein Kind die Trennung der Eltern? Wie versucht ein Kind, den Loyalitätskonflikt zwischen zwei gleichermaßen geliebten Menschen auszubalancieren, wie erlebt es die Spannung der Eltern, deren gegenseitige ?Feindschaft? sich ihm auch dann atmosphärisch vermittelt, wenn die Eltern dies zu verbergen versuchen? Mit welchen Methoden versucht ein Kind den Streit auszutarieren, ihn zu vermeiden? Wie lernen Eltern, ihr Kind in dieser Situation zu verstehen, wie werden laufende Missverständnisse ausgeräumt, wie kann letztendlich Elternverantwortung in diesem grundlegend geänderten Umfeld ausgeübt werden?

Grundlagenwissen

Die Elternschule des Deutschen Familienrechtsforums vermittelt Grundlagenwissen und befähigt die Eltern, auf diese Situation angemessen zu reagieren. Die Elternschule bietet das Trainingscamp und macht ?fit?, die Tücken der ?Nachscheidungsfamilie? zu meistern. Sie hilft, gerichtliche Auseinandersetzungen von vorneherein zu vermeiden. Im Gerichtssaal sind die Fronten meist so verhärtet, dass eine für alle Seiten akzeptable Lösung kaum noch zu finden ist.

Eltern bleiben

Das Seminar vermittelt betroffenen Eltern Hilfestellung, wie sie als Paar auseinander gehen und dennoch Eltern bleiben können. Es gilt, die Aufgabe zu bewältigen, einerseits von der Paarbeziehung Abschied zu nehmen und andererseits eine konstruktive gemeinsame Elternverantwortung und -zuständigkeit zu erhalten bzw. aufzubauen. Eltern müssen nicht gegeneinander, sondern miteinander Vater und Mutter sein. Im Mittelpunkt elterlichen Handelns muss das Bemühen um die positive Weiterentwicklung der Kinder stehen. Die Eltern sollen lernen, wie sie mit ihren Kindern über die Trennungssituation und die zukünftige Lebenssituation sprechen können und die Reaktionen ihrer Kinder, die je nach Alter, Entwicklungsstand, familiärem Umfeld und Geschlecht unterschiedlich sein können, richtig zu interpretieren.

Gestaltungshilfe für Umgangsregelungen

Das Seminar bietet Gestaltungshilfe zur Erarbeitung konkreter Umgangsregelungen. Entscheidende Lernschritte sind dabei Aushandlungsbereitschaft, Toleranz, Konfliktlösungsstrategien und das ?Im-Gespräch-Bleiben?.

Vermittlungsgedanke

Die Elternschule wird auch dem Anspruch des Gesetzgebers gerecht, der im Umgangsrecht den Vermittlungsgedanken und die außergerichtliche Beratung gestärkt hat. Vor und nach einer gerichtlichen Entscheidung zum Umgangsrecht kann und soll das Gericht auf außergerichtliche Beratung verweisen. § 52a FGG sieht diese Vermittlung ausdrücklich vor. Die Elternschule bietet die spezifische Unterstützung, die notwendig ist, um die Eltern zu einem Vermittlungserfolg zu befähigen.

Seminardauer

Das Seminar umfasst drei Abende mit jeweils ca. 2 Stunden.

Personalbedarf

Das Seminar wird von drei Fachkräften durchgeführt, die eine Ausbildung in Mediation haben und zudem pädagogische, therapeutische und juristische Kompetenz einbringen.

Finanzierung

Von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird eine Gebühr von 20,00 EUR pro Abend erhoben.