"Wir trinken Tee und sprechen Deutsch"

Ein Sprach- und Integrationsprojekt für ausländische Frauen

Träger

Stadt Filderstadt

Anlass und Ziele

In Filderstadt leben derzeit Menschen aus 119 Nationen. Knapp 30 Prozent der Bevölkerung, das heißt 13.500 Einwohner, haben einen Migrationshintergrund.

Die Ziele des kostenlosen, niederschwelligen Sprachlernangebotes sind:

  • Erlernen der deutschen Sprache
  • Orientierung im neuen Lebensumfeld
  • Erleichterung der Integration im Alltagsleben durch bessere Kommunikation, z.B. beim Einkaufen, bei Arztbesuchen etc.
  • Aufbrechen von Isolation durch soziale Kontakte, Vernetzung
  • Stärkung der Position der Frau
  • Förderung von Selbständigkeit
  • Praxisnahe Informationen über das Leben in Filderstadt

Zielgruppen

Frauen mit Migrationshintergrund, die die deutsche Sprache erlernen möchten.

Zusammenarbeit

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt der Stadt Filderstadt ins Leben gerufen.

Angebote und Umsetzungsschritte

Das Projekt "Wir trinken Tee und sprechen Deutsch" findet jeweils einmal wöchentlich von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr an zwei verschiedenen Standorten (Filderstadt-Bernhausen sowie Filderstadt-Sielmingen) statt. Der Zeitpunkt wurde bewusst so gewählt, damit er in den Betreuungszeitraum der Kinder fällt. Schulkinder sind im Unterricht und Kleinkinder können von den Müttern mitgebracht werden.

Die Frauen werden persönlich sowie über mehrsprachige Handzettel von den Kindergärten, Schulen wie auch im Rahmen weiterer Begegnungstreffs eingeladen.

Folgende Elemente sind Bestandteil jedes Treffs:

  • Konversation über aktuelle, praxisnahe Themen, um den Frauen zu helfen, sich in die deutsche Sprache hineinzufinden und sie selbst zu sprechen
  • Bei Bedarf auch kurze Erklärungen zur deutschen Grammatik

Der Inhalt des Sprachlernangebotes orientiert sich an der Lebenswelt der Frauen. In ihren Familien sind meist die Männer berufstätig und die Frauen ausschließlich für Haushaltsführung und Kindererziehung zuständig.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind ausschließlich Frauen, sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund. Die Kursleiterinnen bestimmen die Gestaltung der einzelnen Vormittage eigenständig. Eine pädagogische Vorbildung ist nicht erforderlich, entscheidend ist die Freude am Kontakt mit Frauen verschiedener Nationalitäten. Alle drei bis sechs Monate treffen sich die engagierten Frauen zum Erfahrungsaustausch mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Filderstadt.

Ergebnisse und Auswirkungen

  • Die Frauen kommen regelmäßig und hochmotiviert zum Unterricht. Sie haben Spaß in der Gruppe und können in ungezwungener Atmosphäre ihre Hemmungen überwinden und Mut zum Sprechen finden.
  • Die Uhrzeit zwischen 9.00 und 11.00 Uhr ist wegen der Betreuungsmöglichkeit der Kinder gut gewählt. Kleinere Kinder sind im Kurs willkommen.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Schwierigkeiten gibt es teilweise angesichts der unterschiedlichen Sprachbegabung bzw. Lernrhythmen der einzelnen Frauen. Einige der Teilnehmerinnen sind Analphabetinnen, was in den Kursen besonders zu berücksichtigen ist.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Nachhaltige Wirkung
  • Kostengünstig
  • Niedrigschwelliger Zugang für die Zielgruppe
  • Fördert ehrenamtliches Engagement

Personalbedarf

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, pädagogische Ausbildung nicht unbedingt erforderlich.

Raumbedarf

Die Unterrichtsräume werden von der Stadt Filderstadt bereitgestellt.

Finanzierung

keine

An­sprech­part­ner

Frau Scheubert | Stadt Filderstadt, Integrationsbeauftragte | | | Tel. 07 11/ 70 03-2 42