Familienfreundliche Kommune
Stadt Ludwigsburg
KiFa ist ein Programm für Kindertageseinrichtungen, das Elternbildung, Sprachförderung, Öffnung zum Gemeinwesen, Qualifizierung von Fachkräften und Multiplikatoren bedarfsorientiert und ganzheitlich vernetzt.
Ziele:
Wichtige Merkmale dieses Ansatzes sind:
Bildungsferne Familien, sozial schwache Familien, Familien mit Migrationshintergrund. Der Zugang zur Zielgruppe wird über die Kindertagesstätte und muttersprachliche Mentorinnen hergestellt.
Das Programm KiFa kooperiert mit folgenden Partnern:
Das Projekt beinhaltet drei Module:
1. Qualifizierung und Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte in den Kitas.
2. Durchführung von Elterngruppen / Qualifizierung von Mentorinnen
3. Vernetzung, Kooperation, Öffnung zum Gemeinwesen
Im Elementarbereich soll die Sprachförderung in den pädagogischen Alltag - für deutsche und Kinder mit anderer Muttersprache - integriert werden. Diese Aufgabe erfordert die Qualifizierung und Fortbildung aller Mitarbeiter/innen einer Kindertageseinrichtung. Die Integration einer systematischen Sprachförderung in den Kindergartenalltag bedingt, dass diese Aufgabe nicht nur von einzelnen qualifizierten Fachkräften punktuell durchgeführt wird, sondern vom gesamten Team.
Die Qualifizierung der Fachkräfte umfasst u.a. die Themenfelder:
Praxisnah begleitet wird das Kita-Team von einer KiFa-Mitarbeiterin. Diese unterstützt und leitet das Team an, bei der Reflektion, Erprobung, Umsetzung der theoretischen Inhalte der Fortbildungen und bei der Reflektion des eigenen Handelns. Ziel der Praxisbegleitung ist das gemeinsame Erarbeiten eigener Konzepte in den Bereichen Sprachförderung und Elternarbeit.
Themenschwerpunkte der Elternkurse sind:
Die Lernförderung im Elternhaus ist eine grundlegende Voraussetzung für den späteren Erfolg der Kinder in der Schule und im Beruf. Die Eltern sind die zentralen Vermittler z.B. für die Sprache der Kinder. Deshalb beziehen wir sie aktiv in den Lernprozess ihrer Kinder ein.
In den Kindertageseinrichtungen werden Mütter ausgewählt, die als Vorbild und als Multiplikatorinnen im Stadtteil und in der Kindertagesstätte wirken können. Wir nennen diese Frauen "Mentorinnen". Die Mentorinnen werden qualifiziert und begleitet. Sie machen andere Kita-Mütter aus ihrem kulturellen und sprachlichen Milieu mit Zielen und Methoden der Elementarbildung vertraut.
Jede Mentorin leitet einen Kurs von 6 - 8 Frauen. Dieser trifft sich wöchentlich über ein Jahr hinweg in der Kita. Die Elternkurse greifen Themen aus dem Alltag des Kindes auf, wie z. B. Medienkonsum, Gesundheitsförderung, Grenzen setzen, gewaltfreie Erziehung, Loben, sowie aktuelle Themen aus der Kita. Zu jedem Thema gibt es verschiedenste Aktivitäten und Materialien, die Mütter und Väter mit ihren Kindern zu Hause in der Muttersprache durchführen können. Dies kann eine Gestaltungsaufgabe, eine Bilderbuchbetrachtung, ein Lied oder ein Spiel sein. Die Eltern lernen, wie sie – durch regelmäßige Spiele und Anregungen, die in den Alltag integriert sind - die Sprache, die Persönlichkeit und die Entwicklung der Kinder zu Hause fördern können.
Die Kindertageseinrichtung ist der Ort, an dem Hilfen für die Familie angeboten und koordiniert werden.
Wir arbeiten beispielsweise zusammen...
Die Resonanz ist insgesamt sehr gut.
Die Erzieher/innen sind sehr motiviert, sich zu engagieren.
Die Angebote werden von den Eltern positiv bewertet und gut genutzt. Auch die Eltern, die anfangs zögerlich waren, fragen inzwischen die Angebote nach. Die Eltern bewerten das Angebot als nah an ihrer Lebenswirklichkeit und hilfreich für ihre Alltagsgestaltung. In Hinblick auf die Sprachförderung der Kinder konnten konkrete Sprachfortschritte durch die Erzieher/innen beobachtet werden. Auch Eltern, die z.T. im Hinblick auf die Sprachförderung ihrer Kinder skeptisch waren, zeigten sich von den Ergebnissen überzeugt.
Schwierigkeit bei der Umsetzung ist insbesondere, dass die Kommune nur sehr schwer die volle Verantwortung übernimmt und somit die Arbeit langsamer und mühevoller vorankommt. Außerdem sollte KiFa flächendeckend und professionalisiert umgesetzt werden. Die Rekrutierung von Geldern und die Priorisierung auf KiFa gestaltet sich allerdings schwierig. Des Weiteren fehlt es zurzeit noch an geeigneten Materialien für die Elternkurse und vor allem auch für die Ausbildung der muttersprachlichen Mentorinnen.
KiFa benötigt eine Programmkoordinatorin, die die gesamte Stadt im Blick hat. Des Weiteren wird für jeden Stadtteil eine Betreuerin benötigt, die die Mentorinnen ausbildet und diese bei der Durchführung der Elterkurse betreut. In den Kindertageseinrichtungen sind entsprechende zeitliche Ressourcen der Erzieher/innen notwendig, um an den Fortbildungen teilzunehmen, für Kontakte und Austausch mit den Kooperationspartner/innen und um sich in der Elternarbeit zu engagieren. Wird begleitend eine Evaluation durchgeführt, ist auch hier eine entsprechende externe Personalressource vorzusehen. Dasselbe gilt für Verwaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Räume, in denen die Elternkurse stattfinden können und ein Büro für die Koordination.
Es entstehen Personalkosten, Sachkosten, Kosten für Räumlichkeiten, Kosten für Freistellung und Fortbildung der Erzieher/innen, Personal- und Sachkosten für die Mentor/innen, Kosten für die wissenschaftliche Begleitung.
Die Finanzierung wird durch verschiedene Stellen geleistet: Sozialministerium, Wüstenrotstiftung, Kreissparkassenstiftung, Landesstiftung, Stadt Ludwigsburg, Liga der freien Wohlfahrtsverbände und Träger der teilnehmenden Kindertageseinrichtungen.
Das Programm bietet sich für Kommunen oder Stadtteile an, die einen besonderen sozialen Brennpunkt oder / und einen hohen Anteil Migranten / Migrantinnen haben.
Frau Angelika Pfeiffer | Stadt Ludwigsburg, Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Programm KiFa - Kinder- und Familienbildung | Obere Marktstraße 1 | 71634 Ludwigsburg | Tel. 07141/910-2127 oder -2856 | » E-mail | » WWW
Obere Reihe von links: Latife Üstü, Mirja Meyer. Untere Reihe von links: Angelika Pfeiffer, Petra Kühlthau