Ausbau der Ganztagesbetreuung an Schulen in Heilbronn

Ganztagsangebot erleichtert Integrations- und Unterstützungsmaßnahmen und wirkt sich positiv auf das Schulklima aus

Träger

Stadt Heilbronn; verantwortlich für den Ganztagesbetrieb vor Ort sind die jeweiligen Schulleiter/-innen.

Anlass und Ziele

Die gesellschaftlichen und familiären Rahmenbedingungen haben sich für Kinder und Jugendliche in den vergangenen Jahren stark verändert. Die zunehmende Berufstätigkeit beider Elternteile und der steigende Anteil alleinerziehender Frauen und Männer haben die Nachfrage nach einer ganztägigen Betreuung der Schulkinder verstärkt.

Zielgruppen

Angesprochen sind Hauptschüler, die im Schulbezirk der jeweiligen Schulen wohnen. Soweit Bedarf besteht, können auch Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, die außerhalb des Schulbezirks wohnen. Die Auswahl erfolgt gegebenenfalls nach sozialen Kriterien.

Zusammenarbeit

Die Schulen (zwei Förderschulen und fünf Hauptschulen) kooperieren in der Regel mit örtlichen Vereinen.

Angebote und Umsetzungsschritte

Die zusätzlichen Ganztagesangebote ermöglichen eine ganztägige Betreuung der Schülerinnen und Schüler, wobei Gelegenheit zum Mittagessen besteht. Die Schule ist an Unterrichtstagen von etwa 8.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Auf Wunsch der Eltern bleibt ein Nachmittag pro Woche in der Regel für außerschulische Aktivitäten unterrichtsfrei.

Ergebnisse und Auswirkungen

Die Einrichtung des Ganztagsangebotes wirkt sich positiv auf das Schulklima aus. Die Integration nicht-deutscher Schülerinnen und Schüler wird durch gemeinsame Freizeitangebote und zusätzliche Fördermaßnahmen erleichtert.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Die Einrichtung von Ganztagesschulen ist - außer an Förderschulen - in Baden-Württemberg nur an sogenannten "Brennpunkthauptschulen" möglich. Es entstehen zusätzliche sächliche und personelle Kosten, deren Finanzierung zunehmend eine Herausforderung darstellt.

Personalbedarf

Für den Ganztagesschulbetrieb sind zusätzliche Lehrerstunden notwendig. Derzeit erhalen Hauptschulen, die unter erschwerten sozialen und pädagogischen Bedingungen arbeiten, bei Einführung des Ganztagesbetriebes bis zu sieben zusätzliche Lehrerwochenstunden pro Klasse. Regelmäßig hat der Schulträger bei diesen Schulen noch einen Schulsozialarbeiter zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist Personal für die Essensausgabe notwendig.

Raumbedarf

Für den Ganztagesbetrieb werden zusätzliche Räumlichkeiten benötigt (Mensa, Spielzimmer, Projektraum, Stillarbeitsraum, Internetcafé u. ä.).

Finanzierung

Die Maßnahme wurde aus Mitteln der Stadt bzw. des Landes finanziert. In dem ab 2003 begonnenen Bundesförderpogramm "Zukunft, Bildung und Betreuung" werden notwendige Baumaßnahmen und sächliche Schulausstattungen, die vorrangig für den Ganztagesschulbetrieb notwendig sind, mit bis zu 90 % gefördert. Nicht förderfähig sind Personalkosten und der laufende Betrieb.

Besondere Rahmenbedingungen vor Ort

Das Bundesförderprogramm läuft noch bis zum Jahr 2007. Die Stadt Heilbronn beabsichtigt, das bereits vorhandene gute Ganztagesschulangebote bedarfsgerecht auszubauen und längerfristig möglichst in jeder Schulart eine Schule im Ganztagsbetrieb zu führen. Konkret geplant ist derzeit der Ganztagesbetrieb an einer weiteren Hauptschule und an drei allgemeinbildenden Gymnasien. Zwei weitere Hauptschulen haben Interesse an der Ganztagesbetreuung angemeldet.