Patenschaft für Integration

Sprachförderung wird durch Paten finanziert

Träger

Trägerkreis Familienzentrum Au e.V.: Pro Familia Ortsverband Pforzheim e.V., Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Pforzheim e.V., Stadtjugendring Pforzheim e.V., AMJ Ginal Flexible Jugendhilfekonzepte

Anlass und Ziele

  • Verbesserung der Startchancen für Kinder aus Migrantenfamilien
  • Vermittlung von Spaß an der deutschen Sprache durch spielerisches Lernen
  • Unterstützung bei der kulturellen und sozialen Integration
  • Förderung der schulischen Leistungen durch verbesserte Sprachkenntnisse
  • Persönliches bürgerschaftliches Engagement der Paten: ?Ich helfe einem Kind, das in Zukunft hier in Deutschland leben wird, bei der sprachlichen Integration.?
  • Anregung zu weiterem Engagement der Kursleiter/-innen: Beteiligung an der Integrationsarbeit im Familienzentrum.

Zielgruppen

Für die Sprachförderung: Eltern und Kinder aus Migrantenfamilien

Für die Patenschaften: Bürger, die sich mit einem persönlichen Beitrag für die Zukunft der nächsten Generationen engagieren wollen (insbesondere Kinderlose, Senior/-innen, Student/-innen).

Zusammenarbeit

  • Mit der Presse, die regelmäßig über das Projekt berichtet und somit hilft neue Paten zu gewinnen.
  • Mit Lehrern, die ihre Schüler/-innen auf das Angebot hinweisen.

Angebote und Umsetzungsschritte

Sprachkurse

Migrantenkinder beherrschen in der Regel die Alltagssprache sehr gut, was fehlt, ist ein umfassendes deutsches Sprachverständnis. Der schriftliche Ausdruck ist mangelhaft und Feinheiten des Sprachgefühls fehlen. Aufgrund fehlender Deutschkenntnisse entstehen Lücken im Lernstoff, die sich immer weiter fortsetzen.

Die Spirale nach unten beginnt: Die eigene Leistungsorientierung wird durch ständige Misserfolgserlebnisse beschädigt. Das Selbstbewusstsein leidet oder wird durch kulturelle Abgrenzung aufrecht erhalten.

Diese Spirale nach unten wollen wir mit unserem Projekt unterbrechen: Für 15 ? im Monat erhält ein Kind mindestens 1x pro Woche Unterricht (einzelne Kinder auch mehr). Die Kinder lernen in Kleingruppen bis maximal fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Der Kurs wird von geeigneten ehrenamtlich engagierten Personen durchgeführt. Die Kursleiterinnen sind angehende oder bereits pensionierte Lehrkräfte. Sie erhalten interne Schulungen, gegenseitigen Austausch in regelmäßigen Kursleiterbesprechungen.

Es zeigt sich schnell, dass die Kinder in diesem Kontext (außerhalb der Schule, im Spiel, gefördert von engagierten Erwachsenen) mit Begeisterung lernen. Die Fortschritte wirken sich unmittelbar auf die schulischen Leistungen aus. Stolz erzählen die Kinder davon.

Eine neue Spirale wird in Gang gesetzt: Die erlebten Fortschritte motivieren zu zunehmenden Bemühungen und führen zu weiteren Lernerfolgen! Diese Spirale nach oben wollen wir stärken!

Patenschaften

Nicht alle Eltern sind finanziell in der Lage, die Kursgebühr aufzubringen. Es wird immer dann schwierig, wenn mehrere Kinder aus einer Familie teilnehmen wollen. Die Eltern müssen dann entscheiden, welches Kind gefördert werden soll, obwohl alle Kinder der Förderung dringend bedürfen.

So entstand die Idee der Patenschaften.

Patenschaft für Integration ? das bedeutet:

Ich helfe einem Kind, das in Zukunft hier leben wird, bei der sprachlichen Integration.

Ich unterstütze damit ein Kind bei der kulturellen und sozialen Integration in Deutschland.

Das heißt: Ich engagiere mich persönlich, um Kindern nichtdeutscher Herkunft einen guten und gleichberechtigten Start in eine Zukunft in Deutschland.

Eine Patenschaft übernehmen heißt konkret:

  • die monatliche Kursgebühr für ein Kind zu übernehmen, das ohne diese Hilfe aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen könnte.
  • Rückmeldung zu erhalten über Lernfortschritte.
  • Verlässlichkeit per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung:Verbindliche Zusage der Unterstützung für mindestens 6 Monate.

Ergebnisse und Auswirkungen

  • Breites öffentliches Interesse (Parteien, Vereine, Schulen, Eltern)
  • Erfolgreiche Inanspruchnahme des Angebots (10 laufende Kurse)

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

  • Von Schuljahr zu Schuljahr zeitliche Verlegung der Kurse wegen veränderter Unterrichtszeiten am Nachmittag.
  • Relativ hoher Verwaltungsaufwand bei monatlicher Kursgebühr.
  • Elternarbeit häufig ist sehr schwierig, da die Eltern über wenig deutsche Sprachkenntnisse verfügen.

Personalbedarf

Pro Kurs mit 5 Kindern (Maximum) wird eine Lehrkraft eingesetzt.

In der Regel sind dies ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen (pensionierte Lehrkräfte, Student/-innen, etc.), die eine Aufwandsentschädigung von 11 Euro erhalten (pro Kursstunde). Vorbereitungszeit, Besprechungen, interne Schulungen bzw. Beteiligung an Festen, Ausflügen werden nicht bezahlt. Zur Zeit bestehen bei uns 10 Gruppen mit 5 ehrenamtlich Engagierten.

Raumbedarf

Für diese relativ kleinen Lerngruppen genügt ein ruhiger Raum mit sechs Sitzplätzen an einem Tisch.

Finanzierung

Die Eltern bezahlen pro Kind 15,00 Euro im Monat für die Teilnahme (1 Std. pro Woche). Können Eltern diesen Betrag nicht aufbringen, bzw. wollen aus einer Familie mehrere Kinder teilnehmen, dann kann für Kinder, die aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen könnten, eine Patenschaft einspringen.

Engagierte Bürger können sich im Familienzentrum melden. Sie erhalten eine Infobroschüre. Diese enthält auch einen Überweisungsauftrag. Der Pate/die Patin übernimmt den Betrag von 15,00 Euro monatlich für ein Kind über den Zeitraum von wahlweise 6 oder 12 Monaten.

Besondere Rahmenbedingungen vor Ort

Das Projekt ist für jede Kommune geeignet.