Zukunftswerkstatt "Familienfreundliches Lahr"

Bürger erarbeiten Ideen und Handlungsansätze für ihre Stadt

Träger

Stadt Lahr

Anlass und Ziele

Das Konzept Zukunftswerkstätten zum Thema "Familienfreundliche Kommune" wurde 2005 von der FamilienForschung Baden-Württemberg entwickelt. Die Zukunftswerkstätten sorgen unter professioneller Begleitung vor Ort für eine pragmatische Verwirklichung von mehr Bürgerbeteiligung bei der Zieldefinition für und bei der Planung von familienpolitischen Maßnahmen.

Eine Zukunftswerkstatt "Familienfreundliche Kommune" ist eine ca. sechsstündige moderierte Veranstaltung, die engagierte Bürgerinnen und Bürger einer Kommune versammelt, um gemeinsam konkrete Ziele und Realisierungsschritte für die lokale Familienpolitik zu erarbeiten. Die Arbeitsergebnisse werden dokumentiert und in der Regel direkt von kommunalen Organen wie dem Gemeinderat oder speziellen Arbeitsgruppen zur Weiterverarbeitung aufgegriffen. Die Zukunftswerkstätten "Familienfreundliche Kommune? stärken bürgerschaftliches Engagement, erschließen Praxiswissen und Bedarfslagen der Bürgerinnen und Bürger und sorgen so für größere Treffsicherheit und Akzeptanz kommunaler Familienpolitik.

Mit der Durchführung der Zukunftswerkstatt "Familienfreundliches Lahr" übernimmt die Stadt Lahr zusammen mit anderen Kommunen aus dem Ortenaukreis eine Vorreiterfunktion für ganz Baden-Württemberg. Seit Juni 2005 führt die FamilienForschung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Ortenauer Bündnis für Familien und den beteiligten Gemeinden und Städten modellhafte Zukunftswerkstätten zum Thema "Familienfreundliche Kommune" durch. Den Auftakt in diesem Jahr haben neben Lahr Meißenheim, Kehl, Seelbach, Berghaupten und Willstätt gemacht. Für 2006 sind weitere Zukunftswerkstätten in ganz Baden-Württemberg geplant.

Zielgruppen

Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lahr, Vertreter der Kommunalverwaltung, Fachvertreter, Repräsentanten des örtlichen Vereinswesens, der Kirchengemeinden u.a.

Zusammenarbeit

FamilienForschung Baden-Württemberg, Ortenauer Bündnis für Familien, Landkreis

Das Moderationsteam einer Zukunftswerkstatt bilden Experten der FamilienForschung Baden-Württemberg und des Ortenauer Bündnisses für Familien. Das Team wird außerdem von ehrenamtlichen Bürgermoderatorinnen und -moderatoren unterstützt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger wurden dazu im Vorfeld der Veranstaltung angesprochen und auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Ab Frühjahr 2006 wird die FamilienForschung Baden-Württemberg die Zukunftswerkstätten "Familienfreundliche Kommune" in Kooperation mit dem Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS) durchführen.

Angebote und Umsetzungsschritte

Was ist in Lahr familienfreundlich? Und was nicht? Welche Ideen und Zielvorstellungen für ein familienfreundliches Lahr im Jahr 2020 gibt es? Welche Schritte und Maßnahmen sollen/müssen ergriffen werden, um dieses Ziel zu erreichen? Anhand dieser Fragestellungen erarbeiteten die Teilnehmer/innen im Rahmen der Zukunftswerkstatt in Arbeitsgruppen konkrete Ideen und Vorschläge für ein familienfreundliches Handlungskonzept der Stadt Lahr.

Ergebnisse und Auswirkungen

Zur Zukunftswerkstatt am 02. Dezember 2005 fanden sich rund 90 Teilnehmer und zahlreiche Pressevertreter in der Volkshochschule in Lahr ein und erarbeiteten in angeregter Diskussionsatmosphäre eine Fülle konkreter Ideen und Maßnahmen für ein familienfreundlicheres Lahr.

Ganz oben auf der Vorschlagsliste der Bürgerinnen und Bürger stehen die Themenbereiche "gute Startchancen für Kinder" und "Vereinbarkeit von Beruf und Familie". Gewünscht werden weitere Verbesserungen bei der frühkindlichen Förderung, eine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten in den Kindergärten, eine durchgängige Kinderbetreuung auch in den Ferien, eine stärkere Vernetzung mit den Grundschulen sowie eine "Elternschule", die jungen Familien in Erziehungsfragen zur Seite steht. Vorgeschlagen wird auch der Aufbau eines Betreuungsnetzwerkes, das Tagespflege und Kurzzeitpflege ("Leihomas") vermittelt. Alle Angebote sollten im Internet abrufbar sein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsergebnisse der Zukunftswerkstatt ist das Zusammenleben von Alt und Jung. Vielfach vorgeschlagen wird ein "Haus der Generationen" bzw. "Haus der Familie", das Raum bietet zur Begegnung von Alt und Jung, in dem ältere Menschen ihr Wissen an Jüngere weitergeben können und gemeinsame Freizeitaktivitäten möglich sind. Solche Treffpunkte für Alt und Jung sollte es in allen Stadtteilen geben, z.B. auch unter dem Dach eines Kindergartens oder einer Schule. Angeregt werden auch neue Wohnformen für Alt und Jung: "Da gibt es gute Modelle", so eine Teilnehmerin, "eine ältere Person kocht für die Kinder, dafür tragen die jungen Eltern ihr die Wasserflaschen ins Haus".

Weitere wichtige Themen sind die bessere Anbindung der Sadtteile mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mehr Verkehrssicherheit für Kinder sowie die schwierige Ausbildungsplatzsituation für Jugendliche. Hierzu wird ein kommunales Fördersystem vorgeschlagen, dass Anreize setzt für Handwerker und Betriebe, die verstärkt in die Ausbildung investieren. Alle Ergebnisse der Zukunftswerkstatt werden dokumentiert und sind Ausgangspunkt für die weitere Arbeit der Stadt Lahr an einem familienfreundlichen Handlungskonzept.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Neuartige Idee
  • Antwort auf neuen Bedarf oder neue Zielgruppe
  • Neue Kooperationen
  • Nachhaltige Wirkung
  • Kostengünstig
  • Fördert ehrenamtliches Engagement
  • Generationenübergreifend
  • Breite Beteiligung

Personalbedarf

Moderatorenteam der FamilienForschung Baden-Württemberg und des Ortenauer Bündnisses für Familien, Helfer vor Ort zur Unterstützung des Teams bei der Vorbereitung, Organisation und Nachbereitung der Veranstaltung

Raumbedarf

ein großer Veranstaltungsraum (in Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl) sowie separierbare Räumlichkeiten für jede der Arbeitsgruppen (z.B. in Gemeinde-/Stadthallen oder Schulen)