Lahrer Integrations-Tandem: Ehrenamtliche bieten Begleitung an

Ehrenamtliche unterstützen Migrantinnen und Migranten - Gemeinsam Wege finden

Träger

Mehrgenerationenhaus Lahr in Kooperation mit der Volkshochschule Lahr

Anlass und Ziele

Es fällt vielen Zugezogenen schwer, sich im alltäglichen Leben zurechtzufinden. Es sind unterschiedliche Gewohnheiten, kulturelle Unterschiede, aber auch verschiedene Hürden bei Gängen zu den verschiedenen Ämtern, die vielen Migrantinnen und Migranten die Integration erschweren. Durch das Projekt "Lahrer Integrations-Tandem" werden Migrantinnen und Migranten unterstützt, die Hilfe zur weiteren Integration benötigen.

Ziel des Projekts ist es, Migranten aus aller Welt, feste Ansprechpartner/-innen zur Seite zu stellen und damit Hilfestellung anzubieten.

Zielgruppen

Alle Migrantengruppen

Angebote und Umsetzungsschritte

In dem Projekt werden Einzelkontakte zwischen unterstützungsbedürftigen Migrantinnen und Migranten und ehrenamtlichen Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleitern vermittelt. Ein Integrationstandem besteht aus einer ehrenamtlichen und einer zu begleitenden Person. Die ehrenamtlich tätigen Begleiterinnen und Begleiter stehen ihren Tandempartnern als fixe Ansprechperson zur Verfügung.

Im Projekt Lahrer-Integrationstandem steht nicht nur die Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache im Vordergrund, sondern auch die Unterstützung bei der beruflichen Orientierung sowie in Alltagsfragen - beispielsweise den Umgang mit Behörden und Ämtern. Wissen über Kultur, politische Ordnung, Werte und Traditionen der hiesigen Lebens- und Arbeitswelt werden ebenfalls vermittelt.

Das Mehrgenerationenhaus Lahr unterstützt alle Ehrenamtlichen durch umfassende Einführungsgespräche, Fortbildungsangebote, Materialien und regelmäßigen Erfahrungsaustausch.

Ergebnisse und Auswirkungen

Seit der Entstehung des Projekts haben sich insgesamt 59 Integrationsbegleiter um 146 neue und schon lange in Deutschland lebende Zuwanderer gekümmert. Derzeit sind 20 ehrenamtliche Sprachhelfer/-innen im Einsatz. Sie betreuen 24 neue und auch lange in Deutschland lebende Zuwanderer aus dem Sudan, Kamerun, Irak, Pakistan, Syrien, Kasachstan, Russland, Ungarn, Rumänien, Vietnam und Italien.

Die Migrant/-innen berichten, wie hilfreich die sehr persönliche Betreuung und Unterstützung für sie ist - insbesondere auch, weil sie teilweise keine oder kaum Kontakte zu Deutschen haben.

Durch die Möglichkeit mit einem Muttersprachler/ einer Muttersprachlerin praxisnah und in einer informellen Atmosphäre die deutsche Sprache zu üben, wird insbesondere die mündliche Sprachkompetenz signifikant verbessert.

Auch im Bereich berufliche Integration erweist sich das Integrationstandem als sehr hilfreich. Einige Migranten konnten mit Unterstützung ihrer Integrationsbegleiter einen Praktikumsplatz finden, andere haben eine Teilzeitstelle angenommen.

Auch bei der Alltagsbewältigung und bei Behördengängen geben die Integrationsbegleiter/innen den Migrant/-innen wichtige Unterstützung.

Die Migrant/-innen finden durch den Kontakt zu Einheimischen einen besseren Zugang zur deutschen Kultur. Die ehrenamtlichen Sprachlotsen lernen durch den Kontakt zu den Migrant/-innen aus erster Hand andere Kulturen näher kennen. Durch dieses gegenseitige Kennenlernen entsteht ein tieferes Verständnis für die Welt und Lebensweise der anderen, dadurch wird interkulturelle Kommunikation und Verständigung gefördert, was einen wichtigen Beitrag leistet zu einem gesellschaftlichen Miteinander, welches auf gegenseitiger Wertschätzung, Respekt und Toleranz gegründet ist.

Das Projekt erfreut sich großer Nachfrage seitens der Migrantinnen und Migranten. Auch melden sich immer wieder neue Ehrenamtliche, die gerne am Projekt teilnehmen möchten.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Die Vermittlung von männlichen Migranten an Integrationsbegleiter ist deutlich schwieriger. Dies liegt vermutlich daran, dass deutlich mehr Frauen sich als ehrenamtliche Integrationsbegleiter engagieren und diese meist auch Frauen als Tandempartner wünschen.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Neue Kooperationen
  • Nachhaltige Wirkung
  • Niedrigschwelliger Zugang für die Zielgruppe
  • Fördert ehrenamtliches Engagement

Personalbedarf

Die Koordinatorin übernimmt die Projektführung mit 4 Stunden pro Woche auf Honorarbasis.

Finanzierung

Gefördert von: Bundesamt für Familien, Senioren, Frauen und Jugend

An­sprech­part­ner

Frau Nadezhda Derevanko | Stadt Lahr, Mehrgenerationenhaus Lahr | Friedrichstr. 7 | 77933 Lahr | Tel. 07821/ 3271144 | » E-mail

Link

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