Kinderbetreuung in den Schulferien im Ländlichen Raum

Überbrückung von Schließzeiten durch trägerübergreifende Zusammenarbeit lokaler Kindertageseinrichtungen der Stadt Engen

Träger

7 Kindertageseinrichtungen in der Stadt Engen mit 3 verschiedenen Trägern

Anlass und Ziele

Für Eltern von Kindergartenkindern oder Grundschulkindern wird es immer schwieriger, eine Betreuung während der Schulferien zu finden. Meist übersteigen die Schließtage der einzelnen Kindertageseinrichtungen aber insbesondere die Schulferien in den Grundschulen den Jahresurlaubsanspruch der Eltern.

Nach einer Anfrage im Gemeinderat der Stadt Engen im Jahr 2003 prüfte die Verwaltung gemeinsam mit den einzelnen Kindertageseinrichtungen die Umsetzung des Projekts, das hier die Abhilfe schaffen sollte. Seither sprechen die Einrichtungen ihre Schließtage ab. Somit ist meist bis auf einen Zeitraum von zwei Wochen die Betreuung gesichert. Kinder aus anderen Einrichtungen werden dann in den normalen Betrieb integriert.

Zielgruppen

Eltern, die ihre Kinder während der Ferien der Kindertageseinrichtung oder der Grundschulen nicht durchgängig betreuen können und auf keine andere Betreuung zurückgreifen können.

Zusammenarbeit

Eine enge Kooperation findet insbesondere zwischen den 5 kommunalen und einer kirchlichen Kindertageseinrichtung statt.

Angebote und Umsetzungsschritte

Die Kinder nehmen am normalen Betreuungsangebot der jeweiligen Einrichtung teil. Die Eltern melden ihren Bedarf bis mindestens 6 Wochen vor den jeweiligen Schulferien bzw. Kindergartenferien den Einrichtungen. Die möglichen Ferienbetreuungszeiten in den einzelnen Einrichtungen werden rechtzeitig in der örtlichen Presse bekannt gegeben. Die Anmeldung kann nur für eine ganze Woche erfolgen und ist verbindlich. Die Kosten betragen 30 € für eine Betreuung im Rahmen der verlängerten Öffnungszeiten und 60 € für eine Regelbetreuung und ganztägige Betreuung je Woche.

Kinder, die den Hort für Grundschulkinder (1. bis 4. Grundschulklasse) besuchen, werden in den Schulferien im Hort betreut. Die Kosten für diese Ferienbetreuung sind im monatlichen Elternbeitrag inbegriffen.

Ergebnisse und Auswirkungen

Der Bedarf in Engen hat sich seit der Einführung des Betreuungsangebotes kontinuierlich entwickelt. Insbesondere ist die Nachfrage nach einem Betreuungsangebot in allen Schulferien gestiegen. Das Angebot der Ferienbetreuung wurde daher von den Sommerferien auf die Schulferien (Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien) erweitert. In den Weihnachtsferien wird keine Ferienbetreuung angeboten. Da Engen noch sehr ländlich geprägt ist, kann die Betreuung teilweise noch über den Familienverband gesichert werden. Deshalb ist die Übernahme dieser Ferienbetreuungskinder bislang noch problemlos.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Schwierigkeiten im engeren Sinn konnten nicht ausgemacht werden. Der Wunsch der Eltern ist jedoch groß, sich nicht für eine ganze Woche binden zu müssen, sondern nur für einzelne Tage. Das würde nicht nur den Verwaltungsaufwand erheblich erhöhen sondern sich auch auf die Belegungsplanung in den einzelnen Einrichtungen auswirken.

Personalbedarf

Es besteht kein zusätzlicher Bedarf, da die Ferienkinder in die vorhandenen Gruppen integriert werden können.

Raumbedarf

Es werden keine zusätzlichen Räumlichkeiten benötigt.

Finanzierung

Auch auf der Kostenseite sind keine negativen Auswirkungen feststellbar. Im Gegenteil, durch die zusätzlichen Elternbeiträge kann ein besserer Kostendeckungsgrad erreicht werden.

Besondere Rahmenbedingungen vor Ort

Förderlich für dieses Projekt ist besonders das gute Miteinander zwischen Stadt und dem Träger der kirchlichen Kinderbetreuungseinrichtung. Hier erfolgt ein sehr guter und fruchtbarer Austausch mit gleicher Zielrichtung.