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Flexible Kleinkinderbetreuung in Starzach

Bedarfsgerechte Kinderbetreuung im ländlichen Raum durch Verknüpfung von Kinderkrippe und Tagespflege

Träger

Gemeinde Starzach

Anlass und Ziele

Durch den Zuzug von Familien, die vor Ort nicht auf ein familiäres Netzwerk zurückgreifen können und den zunehmenden Wunsch der Frauen nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf besteht auch im ländlichen Raum vermehrt der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen.

Nach einer Bedarfserhebung der Gemeinde Starzach (4.468 Einwohner, Landkreis Tübingen) im Sommer 2007 unter ca. 360 Familien mit Kindern im Altern von 0 bis 15 Jahren hat sich gezeigt, dass ein großer Bedarf an mehr und flexibleren Betreuungsplätzen besteht. Einige Familien wünschten sich Betreuung für Kinder unter 3 Jahren, andere für Kindergarten- und Grundschulkinder eine Betreuung zwischen 7.00 Uhr und 16.00 Uhr. Einzelne Familien benötigten für ihre Kinder Betreuungsangebote bis 19.00 Uhr, das aber nur an einzelnen Tagen.

Die Bedarfserhebung hat auch gezeigt, dass sich Familien überwiegend institutionelle Betreuung wünschen und oft Vorbehalte gegenüber Tagesmüttern haben. Teure Ganztagsplätze werden wegen der großen Teilzeitbeschäftigung der Mütter kaum nachgefragt. Bei der Bedarfserhebung wurde deutlich, dass bei den Eltern ein hoher Anspruch an Flexibilität und Qualität bei der Kleinkinderbetreuung besteht.

Ziele des Projekts:

  • mehr Betreuungsplätze, auch für Kinder unter 3 Jahren
  • eine flexiblere Gestaltung der Betreuungszeiten
  • bessere Wahlfreiheit für Eltern durch eine Kombination aus institutioneller Betreuung und Tagespflege
  • nachhaltige Finanzierung der Betreuungsplätze durch Zuschüsse

Zielgruppen

Familien mit Kindern mit Betreuungsbedarf

Zusammenarbeit

  • Kindergärten der Gemeinde
  • Tagespflegeverein Tübingen
  • Erzieher/innen
  • Tagesmütter

Angebote und Umsetzungsschritte

Um eine flexible Ganztagsbetreuung zu ermöglichen wird die institutionelle Betreuung in Krippen, Kindergärten und Schulen durch Tagesmütter ergänzt. In diesem Kombinationsmodell wird die Betreuung der Kinder durch die Tagesmütter (4,60 €/Std.) von der Gemeinde (mit 2 €/Std.) bezuschusst.

a) Institutionelle Betreuung:

  • Schaffung einer Kleinkinderbetreuung (Krippe) mit 20 Stunden Öffnungszeit pro Woche im Kindergarten
  • durchgehende Öffnungszeiten in zwei Kindergärten von 7.00 Uhr bis 16.00 Uhr mit flexiblen Betreuungszeitmodellen
  • Ausweitung der Grundschulbetreuung auf eine durchgehende Betreuung bis 16.00 Uhr

b) Tagesmütter

  • über die Öffnungszeiten der Kindergärten und –krippen sowie die Schulzeiten hinaus bieten die betreuenden Fachkräfte als Tagesmütter weitere Betreuungszeiten an
  • Qualifizierung der Erzieherinnen zu Tagesmüttern
  • Einstellung von Erzieherinnen für die Krippe, die bereit sind auch weitere Zeiten als Tagesmütter abzudecken
  • Betreuung durch die Tagesmütter ist in den Kindergärten möglich

Durch das Kombinationsmodell Tagespflege ergeben sich einige Vorteile. Kleinkinder haben beispielsweise während der gesamten Betreuungszeit eine ihnen bekannte Betreuungsperson. Die Kinder müssen nicht den Ort wechseln, wenn sie über die Kindergartenzeit hinaus von einer Tagesmutter betreut werden.

Für die Eltern bietet das neue Betreuungszeitmodell den Vorteil, dass sie nur für die tatsächliche Zeit, in der ihr Kind betreut wird zahlen müssen. Die Tagespflege ist nicht teurer als die institutionelle Betreuung. Sie haben außerdem die Möglichkeit aus den verschiedenen Betreuungskombinationen frei zu wählen. Das Betreuungskonzept geht so auf die Bedürfnisse der Eltern ein und berücksichtigt deren verschiedenste Arbeitszeitmodelle. Manchmal wird sogar am Wochenende betreut.

Für die Tagesmütter ergibt sich die Gelegenheit auf mehrere Kinder gleichzeitig aufzupassen. Wenn sie nur ein Kind zur Betreuung hat, kann die Tagesmutter das Kind zu Hause betreuen.

Ergebnisse und Auswirkungen

Seit März 2009 sind alle Krippenplätze belegt und die Nachfrage für das Betreuungsangebot steigt weiter. Eltern fragen bei der Gemeinde gezielt nach Betreuung durch Tagesmütter in den Randzeiten. Da die Gemeinde bei der Vermittlung und Werbung der Tagespflege mitwirkt und sie ein Teil des kommunalen Betreuungsangebots ist, ergibt sich für die Tagespflege ein institutioneller Charakter. Dies hat dazu geführt, dass die Vorbehalte gegenüber Tagesmüttern abgebaut wurden. Die Akzeptanz der Tagespflege hat sich deutlich vergrößert.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Der Beitrag für die Kindergartenplätze der unter 2-Jährigen wurde 2006 zu hoch angesetzt und die Plätze wurden nicht nachgefragt. Seit 2008 gibt es neue Regelungen mit geringeren Gebühren, daraufhin wurden mehr Plätze nachgefragt.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Antwort auf neuen Bedarf oder neue Zielgruppe
  • Nachhaltige Wirkung
  • Neue Wege der Finanzierung
  • Kostengünstig

Personalbedarf

  • 2 Erzieherinnen, die auch als Tagesmütter arbeiten
  • 1 Erzieherin für 3 Std./Woche als Unterstützung und Krankheitsvertretung
  • 3 zusätzliche Tagesmütter

Finanzierung

  • Zuschüsse der Gemeinde
  • Elternbeiträge für Kindergarten, Kinderkrippen und Tagesmütter
  • Landeszuschuss

Ansprechpartner

Brigitte Gsell | Stadtverwaltung Starzach, Bürgerbüro | Hauptstraße 15 | 72181 Starzach | Tel. 07483/188-21 | » E-mail | » WWW

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