Familienfreundliche Kommune
Caritas-Bodensee-Oberschwaben
Das niedrigschwellige "Rucksack"-Projekt zur Sprachförderung und Integration von Migrantenfamilien ist ein Projekt aus den Niederlanden und wurde in Deutschland das erste Mal in Nordrhein-Westfalen durchgeführt und auf deutsche Verhältnisse übertragen.
Ziele des Projekts:
Familien mit Migrationshintergrund
Die einzelnen Module des Projekts bauen aufeinander auf und zielen auf eine nachhaltige Wirkung:
A) Griffbereit: 1-4 jährige Kinder
B) Rucksack I: 4-6 jährige Kinder
C) Rucksack II: für Grundschüler
Eine Müttergruppe besteht aus 5-8 Migrantenmüttern, die dieselbe Sprache sprechen sollten. Unter dem Prinzip "Eltern bilden Eltern" treffen sie sich einmal wöchentlich im Kindergarten bzw. in Mutter-Kind-Gruppen ("Griffbereit"- Projekt) und besprechen die Förderung ihrer Kinder anhand von muttersprachlichen Material. Die Mütter erhalten für jeden Tag der Woche Aufgaben (z.B.: Lieder, Reime, Bilderbuchbetrachtungen, Geschichten erzählen) für zu Hause, die sie mit ihren Kindern in ihrer Muttersprache üben sollen.
Die Teilnehmer bekommen sozusagen einen "Rucksack" voller Anregungen für die Förderung ihrer Kinder. Der "Rucksack" soll die Eltern in ihrer Erziehung unterstützen und sie darin stärken mehr Verantwortung für die Zukunft ihrer Kinder zu übernehmen. Bei "Griffbereit" erhalten die Mütter einen Ordner voller Ideen, mit dem sie ihr Kind durch Übungen wie Spielen, Singen, Malen, Bilderbuchbetrachtung und spielerische Kommunikation fördern können.
Die Elternbegleiterinnen kommen aus demselben Kulturkreis wie die Frauen aus der Müttergruppe, haben selber kleine Kinder und sollten neben ihrer Muttersprache gut deutsch sprechen. Bei "Rucksack I" wirken sie als Bindeglied zwischen Kindergarten und Migranteneltern und helfen bei der Überwindung möglicher Hemmschwellen. Elternbegleiterinnen leiten die Müttergruppe und sind durch eine Qualifizierung durch eine pädagogische Fachkraft der Caritas Bodensee-Oberschwaben für ihre Aufgaben geschult. Sie treffen sich wöchentlich mit der Projektleitung zur Reflektion der Gruppentreffen und bereiten die nächste Sitzung vor.
Die Projektleitung, die bei der Caritas-Bodensee-Oberschwaben angesiedelt ist, wird zur Koordination, Vernetzung und zum Wissenstransfer benötigt. Die Projektleitung trifft sich bei "Rucksack I" mit den beteiligten Kindergärten zu Beginn des Projektes. Bei diesem Treffen lernen die Erzieherinnen das Projekt und seine Zielsetzung kennen. Danach gibt es regelmäßige Treffen zwischen Projektleitung und Kindertageseinrichtungen zum Austausch der Erfahrungen. Bei beiden Projekten bereitet die Projektleitung die Elternbegleiterinnen auf ihre Aufgaben vor. Die Projektleitung versucht, das Begleitmaterial für die Mütter wenn möglich in deren Muttersprache bereitzustellen. Sie besucht regelmäßig die Müttergruppen, um den Verlauf der Veranstaltungen zu begleiten.
Die Kindergärten haben den Auftrag, die Kinder beim Deutsch lernen zu unterstützen. Sie behandeln die "Rucksack"-Themen in ihrer Sprachförderarbeit parallel in der deutschen Sprache. Die Kinder kennen die Themen schon von ihren Hausaufgaben und können durch den Transfer zwischen muttersprachlichen und deutschen Begriffen den deutschen Wortschatz schnell und effektiv lernen.
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Mütter aus dem "Rucksack"- Projekt aktiver als zuvor in den Kindergarten einbringen. Sie beteiligen sich öfter als Elternbeiräte und stehen als Dolmetscher zu Verfügung.
Bei einer Befragung der Elternbegleiterinnen im Januar 2008 hat sich ein durchweg positives Ergebnis ergeben. Die Mütter haben mehr Wissen über Spracherwerb und Erziehung, können gezielter mit ihren Kindern arbeiten und nehmen auch viel Selbstbewusstsein aus dem Projekt mit.
Bei den Kindern zeigt sich, dass sie in der Sprachförderung große Fortschritte machen, sie können sich länger konzentrieren, haben ein besseres Arbeitsverhalten und werden im Kindergarten selbstbewusster.
Im sechsten Jahr der Durchführung bestehen inzwischen schon:
Mischfinanzierung von öffentlichen und privaten Geldgebern